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Freital

Leerstehender Gasthof wird Jugendklub

In Wilsdruff gibt es bald wieder einen Treff für die Jugend – an einem prominenten Ort.

Martin Reinhuber von der Stiftung Leben und Arbeit und Fabricio Mende vom künftigen Jugendklub in einer ehemaligen Gaststätte.
Martin Reinhuber von der Stiftung Leben und Arbeit und Fabricio Mende vom künftigen Jugendklub in einer ehemaligen Gaststätte. © Andreas Weihs

Fabricio Mende lacht zufrieden. Noch sieht es um ihn herum nicht wie in einem Jugendklub aus, sondern wie eine Gaststätte, die kurz nach der Wende neu eingerichtet wurde. 

Doch der junge Mann hat schon erste Ideen, wie der künftige Wilsdruffer Jugendklub einmal aussehen soll. „Hier entsteht der Tanzsaal und dort drüben unser Klubraum“, sagt er. Der 18-Jährige ist ganz zuversichtlich, dass das alles so wird. Fest steht: Es wartet viel Arbeit auf ihn und seine Mitstreiter. Denn dort, wo der neue Jugendklub entstehen soll, wurde noch vor gut einem halben Jahr unter dem Namen Sachsenperle Bier und Essen ausgeschenkt.

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Nach der Schließung änderte sich nicht viel. Der Tresen blieb, Tische und Stühle auch. Dementsprechend sieht es heute noch so aus, als hätte das Gasthaus erst letzte Woche zugemacht. Die neue Nutzung findet auch Martin Reinhuber gut. Er leitet die „Stiftung Leben und Arbeit“ und ist damit der Eigentümer der Immobilie. Diese hatte das Haus Anfang 2018 übernommen. Bis Ende 2018 betrieb die Stiftung die Gaststätte, dann war Schluss. Die Stiftung gab den A-la-Carte-Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen auf, führte aber die Cateringversorgung von der Küche aus weiter. Mit dem Gastraum hatte die Stiftung keine Pläne. Der sollte, so die Überlegung, eine Art Begegnungsstätte werden, sagte Reinhuber damals. Ein halbes Jahr später könnte das nun wahr werden.

Für Wilsdruff wäre das ein Glücksfall. Denn das bisherige Jugendklubgebäude sei nicht nutzbar, erklärte Bürgermeister Ralf Rother (CDU) in der jüngsten Sitzung des Stadtrates. Das Gebäude sei „baulich verschlissen“. Es stellt momentan eher eine Gefahrenquelle dar, so Rother. Er trägt sich mit dem Gedanken, es abzureißen und durch einen Container zu ersetzen.

Diesen wird Wilsdruff nun offenbar nicht aufstellen müssen. Denn Reinhuber ist zuversichtlich, dass er sich mit der Stadt und den Jugendlichen einigen wird. Die Räume, die der Klub nutzen wolle, brauche die Stiftung nicht. Die Küche lasse sich separieren. Diese soll im Laufe des Jahres ins Rittergut umziehen. Lediglich die Lagerräume werde die Stiftung weiter nutzen. Doch auf diese sei der Jugendklub nicht angewiesen. Nun sind die Jugendlichen am Zug, sagt Reinhuber, der früher selbst in der Jugendarbeit tätig war. Sie müssen ein Konzept für den Jugendklub erarbeiten.

„Wir arbeiten daran“, sagt Fabricio Mende. Unterstützt werde man vom Jugendhilfeverein Pro Jugend aus Dippoldiswalde, der sich in der offenen Jugendarbeit und um die Betreuung der Jugendklubs in der Weißeritzregion kümmert. Mende geht davon aus, dass der neue Jugendklub mit zehn Leuten starten wird. „Wir kennen uns aus der Schule und vom Treff am Raster“, sagt er.

So nennen die Jugendlichen die Sitzgruppe am Radweg Richtung Limbach, wo sie sie sich bisher immer trafen. Fabricio Mende ist zuversichtlich, dass sich in naher Zukunft noch mehr Jugendliche dem Klub anschließen werden. Erst mal wolle man ihn gründen. Passieren soll das im Sommer. Bis dahin sollen alle Formalitäten zwischen dem neuen Jugendklub, der Stadt und der Stiftung erledigt sein.

Zunächst werde es eine kleine, interne Gründungsfeier geben. Danach wolle man das ein wenig größer mit anderen feiern, verspricht der 18-Jährige.

Bürgermeister Rother zeigt sich erfreut, dass es nach einer mehrjährigen Pause wieder einen Jugendklub in Wilsdruff geben wird. Auch den Standort findet er sympathisch. Er soll dem Vernehmen nach nicht sehr weit von seinem Wohnhaus entfernt sein. Falls doch mal was sein sollte – was er nicht hoffe – könne er schnell zur Stelle sein, sagt er mit einem Lächeln.

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