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Lego für Große

Die Freitaler Förderschule bekommt einen Neubau. An dem Gebäude ist einiges ungewöhnlich.

Große Bausteine: Der Neubau der Wilhelmine-Reichard-Schule besteht aus 18 solchen Raummodulen, die diese Woche aufeinandergesetzt wurden. Damit steht der Rohbau.
Große Bausteine: Der Neubau der Wilhelmine-Reichard-Schule besteht aus 18 solchen Raummodulen, die diese Woche aufeinandergesetzt wurden. Damit steht der Rohbau. © Andreas Weihs

Der 250-Tonnen-Kran muss Millimeterarbeit leisten. Ganz langsam senkt sich die Last auf einen Tieflader. 18 Meter lang, 3,85 Meter breit und 3,90 Meter hoch ist der Klotz, sein Gewicht liegt bei etlichen Tonnen. Die Fuhre muss durch eine schmale Einfahrt gehievt und dann auf das Gelände der Freitaler Schule für Lernförderung an der Zauckeroder Straße bugsiert werden. Stromfreileitungen, ein Haus mit Balkon und eine Hecke befinden sich in unmittelbarer Nähe. Viel Platz ist nicht. „Das schaffen wir auch noch. Bis zum Nachmittag steht das Haus“, sagt Gregor Düwel und schiebt sich den Helm zurecht.

Düwel ist Projektleiter der Firma Säbu. Das Unternehmen fertigt und montiert Gebäude in Modulbauweise. Die einzelnen Module, von dem gerade eines am Kranhaken hängt, sind riesige Stahlquader. In drei Schichten übereinander gestapelt ergeben die insgesamt 18 Module den langersehnten Neubau für die Wilhelmine-Reichard-Schule. Treppenhaus, Eingangstüren und Fenster sowie Außenwände, Decken und Fußböden sind bereits vorinstalliert.

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Im Prinzip funktioniert der Aufbau wie beim Legostein. Die einzelnen Elemente werden einfach zusammengesteckt und verschraubt. Klingt locker, ist aber harte Arbeit. Drei Tage lang rollten die Sondertransporte aus dem oberbergischen Morsbach Richtung Freital. Gefahren wurde in der Nacht, geparkt an der Gerhart-Hauptmann-Straße. Dort wurden die einzelnen Raummodule umgeladen, vor die Schulgeländeeinfahrt gekarrt und dann aufgrund der beengten Platzverhältnisse nochmals umgeladen. Am Freitag kamen die letzten sechs Bauteile für die oberste Etage.

Schulleiter Mike Lehnert freut sich über den Anblick. Seine Schützlinge lernen teils in einem sanierungsbedürftigen Altbau, teils in einem Containertrakt. Dieser wurde 2015 als Interimslösung aufgebaut, nachdem die alte DDR-Plattenbauschule baupolizeilich gesperrt werden musste. „Es gab Wasserschäden und Schimmel. Es ging nicht mehr“, berichtet Lehnert. 2018 wurde das Gebäude abgerissen.

An seiner Stelle entstand diese Woche der Modulbau. Säbu fertigt die Teile in seinem Werk, liefert die Module aus und montiert sie vor Ort. Auch für den gesamten Ausbau – bis hin zur letzten Türklinke und den Möbeln – ist der Generalunternehmer zuständig. Für die einzelnen Gewerke werden regionale Unternehmen hinzugezogen. „Wir bekommen die Schule Anfang Oktober schlüsselfertig übergeben“, sagt Thomas Vetter, Planer und Bauüberwacher vom Ingenieurbüro Bauentwurf Pirna. Mit den Herbstferien könne der Neubau bezogen werden.

Bis dahin gibt es noch viel zu tun. Jetzt steht erst einmal das Stahlskelett. Es bekommt eine Fassade mit Wärmedämmung und ein Dach. Im Inneren werden Trennwände aus Gipskartonplatten montiert. Dann beginnt der Innenausbau. Es entstehen vier Fachkabinette und zwei Klassenzimmer, dazu Sanitäranlagen. Das Schulhaus bekommt einen Lift und wird somit barrierefrei sein. Außen wird eine Fluchttreppe als zweiter Rettungsweg angebaut. Die Bau- und Ausstattungskosten einschließlich Medienerschließung liegen bei 3,9 Millionen Euro.

Es wird nicht die letzte Ausgabe für die Schule für Lernförderung sein. Der Neubau soll in absehbarer Zeit ergänzt werden. „Wir planen, einen zweiten Bau gleich danneben zu errichten“, sagt Sabine Fogber vom Landratsamt, das die Schule betreibt. Dieser Zweitbau soll sogar noch größer werden als das Gebäude, welches in diesen Tagen montiert wurde. Denn die Bildungseinrichtung braucht Platz: Der Altbau, auch Haus II genannt, muss dringend saniert werden. Bei vollem Betrieb ist das nicht möglich.

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