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Legoland in Kürbishand

Garten- Olympiade. In Ullersdorf schießen die Kürbisse aus dem Boden.

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Von Anita Engemann

Ullersdorf. Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Bei Ricardo Maties aus Ullersdorf war es eine Reise vor vier Jahren ins Legoland nach Bayern, die sein späteres Hobby bestimmen sollte: „Damals hörten wir im Radio, dass es einen Wettbewerb zum Thema „schönster Kürbis“ gab und so kauften mein Vater und ich zwei Kürbisse“, so der Sechzehnjährige. Leider entschieden höhere Mächte, also die Schule, dass er am Wettbewerb nicht teilnehmen konnte. Denn während im Freistaat Bayern noch Ferien waren, begann der Unterricht in Sachsen bereits wieder. Dennoch nahm Ricardo Maties die zwei Kürbisse mit nach Hause und kam auf die Idee, das Obst auch im elterlichen Garten anzubauen. Doch Kürbis ist nicht gleich Kürbis, und so gibt es eine große Anzahl von Speise- und Zierkürbissen, die teilweise abenteuerliche Namen tragen: Egal ob Bischofsmütze, Warzenkürbis, Patisson oder Hokkaido – sie alle sind nun im Garten der Familie Maties heimisch. Alljährlich im Herbst bereitet der Schüler das Beet dafür vor: „Zur Düngung verwende ich Pferdemist“, so Ricardo. Mitte Mai etwa, je nach Wetterlage, beginnt die Zeit, in der Ricardo die Stecklinge in den Boden bringt - und das mit Erfolg: Im vierten Jahr seiner gärtnerischen Laufbahn befinden sich bereits 30 Pflanzen von Zier- und Speisekürbissen auf der 60 Quadratmeter großen Plantage. So genau kann diese Zahl angegeben werden, da Ricardo Maties ein akribischer Buchführer ist und in seine Notizen neben den Sortennamen auch Erntelisten und Vergleiche zu Vorjahren Eingang finden.

Nach der Ernte und Trocknung beginnen die Kürbisse dann selbst eine Reise – nämlich als Geschenke innerhalb der Familie. Und während die Familie Maties sie zur Dekoration oder zum Verzehr verschenkt, findet das Obst in Südamerika als Rumbakugeln, auf dem Balkan als Kniegeige oder bei den Ozeaniern sogar als Masken Verwendung.