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Lehrausbildung ist durch Corona im Wandel

Die Euro-Schulen Hoyerswerda bereiten ihre Auszubildenden auf die Prüfungen vor.

Thomas Bobach zeigt das Lernmanagementsystem am Laptop.
Thomas Bobach zeigt das Lernmanagementsystem am Laptop. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Es scheint eine schwierige Lage: Durch die Allgemeinverfügung des Landes Sachsen, die die Ausbreitung des Corona-Virus verlangsamen soll, dürfen auch die Euro-Schulen Hoyerswerda ihre Fachlageristen, Verkäufer und Fachpraktiker (Tischler) in gestreckter Ausbildung nicht mehr in Lehrkabinetten und der Holzwerkstatt unterweisen. Die Lehrlinge haben während des Shutdowns auch keinen Theorieunterricht an den Beruflichen Schulzentren Hoyerswerda sowie Kamenz, und nur circa die Hälfte der Auszubildenden kann in ihren Praktikumsbetrieben arbeiten, sagte der Leiter dieses Hoyerswerdaer Bildungsdienstleisters Thomas Bobach.

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Definitiv stattfinden werden im Juni für die dritten Lehrjahre die theoretischen Abschlussprüfungen – aber die Vorbereitung darauf muss nun virtuell erfolgen. Jedes aus Lehrkraft, Ausbilder, Sozialpädagoge und psychologischer Fachkraft bestehende Team erfragte deshalb die technischen Voraussetzungen der Azubis zu Hause. Darauf wird nun das vorhandene Lernmanagementsystem angepasst, über das bisher Weiterbildungen für Mitarbeiter der Euro-Schulen laufen. Wer auf diesem Weg sein Wissen über Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit vervollkommnet, absolviert am Schluss einen Test und erhält bei Bestehen ein Zertifikat. „Die meisten Lehrlinge besitzen zu Hause ein Smartphone oder ein Notebook und einen Internet-Zugang, mit dem die Nutzung der Lernplattform möglich ist“, sagte Thomas Bobach.

Schwieriger ist das mit dem Ausfüllen von Arbeitsblättern zum Üben, die die Lehrgruppen beim Präsenzunterricht vom Ausbilder bekommen haben. Weil viele Azubis zu Hause keinen Drucker nutzen können, schickt ihnen die Einrichtung die Unterlagen per Post zu, erklärte der Leiter der Euro-Schulen Hoyerswerda. Die Lösungen scannt oder fotografiert der Lehrling meistens mit dem Smartphone ab und sendet sie auf elektronischem Weg zurück. Wenn Azubis des dritten Lehrjahres zu Hause die Prüfungsaufgaben eines Vorjahres lösen, müssen sie ehrlich gegenüber sich selbst sein und ohne Hilfsmittel auskommen. Das Lehrteam ist schließlich nicht dabei und kann nur die übers Internet zurückgesandten Lösungen mit jedem Einzelnen per Telefon oder Skype besprechen. Neben der fachlichen Betreuung der Jugendlichen erfolgt jetzt auf diesen Wegen auch die sozialpädagogische und psychologische Unterstützung durch gezielte Gesprächsangebote.

Wenn die Schulschließung auch nach den Osterferien andauern sollte, kommt das „virtuelle Klassenzimmer“ zum Einsatz, das die bundesweit arbeitende ESO Education Group für alle Euro-Schulen und Euro-Akademien erworben hat, sagte Thomas Bobach. Lehrkräfte und Ausbilder können den Unterrichtsstoff durch Präsentationen, eingebundene Videos und am virtuellen Whiteboard darstellen. Die Azubis verfolgen alle Interaktionen an ihrem PC, Notebook oder Smartphon, stellen und beantworten Fragen und nehmen somit aktiv am Unterricht teil.

Durch die Corona-Krise haben sich auch Mitarbeiterbesprechungen ins Internet verlagert, denn die Hälfte der Belegschaft arbeitet jetzt im Homeoffice. Videokonferenzen der einzelnen Betreuungsteams oder aller Mitarbeiter gewährleisten einen effektiveren Arbeitsablauf und werden künftig sicher weiter genutzt, schaute der Leiter des Bildungsdienstleisters in die Zukunft. Damit die akut notwendigen Veränderungen allen derzeit 53 Lehrlingen und den Mitarbeitern nützen, muss jetzt jeder Einzelne schnell auf diesem Weg mitgenommen werden, weiß Thomas Bobach.

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