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Nur wenige Lehrer in Sachsen nutzen Corona-Attest

Pädagogen mit Gesundheitsrisiken könnten sich vom Präsenzunterricht in den Schulen befreien lassen. Doch kaum einer macht das.

Die überwiegende Mehrheit der Lehrer ist in Sachsen wieder in die Klassenzimmer zurückgekehrt.
Die überwiegende Mehrheit der Lehrer ist in Sachsen wieder in die Klassenzimmer zurückgekehrt. © dpa/Matthias Bein (Symbolbild)

Dresden. Eine gute Nachricht zum Schuljahresstart für Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU): Obwohl sich in Corona-Zeiten Lehrer vom Präsenzunterricht per Attest freistellen lassen können, greifen nur wenige Pädagogen im Freistaat auf diese Möglichkeit zurück.

Laut Angaben des Ministers haben zum Unterrichtsbeginn nur 668 von insgesamt 33.097 Lehrkräften eine ärztliche Bestätigung vorgelegt, wonach sie an einer Risikoerkrankung leiden. Dazu zählen neben einer chronischen Lungenerkrankung auch Diabetis, Leber-, Nieren- oder Krebserkrankungen sowie Herz-Kreislauf-Krankheiten.

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Von der Möglichkeit, sich aufgrund dieses Attestes vom Unterricht befreien zu lassen, machen allerdings nur 330 Pädagogen Gebrauch, sagte Piwarz. Das sind lediglich ein Prozent des bestehenden Personalbestandes. Die anderen 338 Lehrkräfte wollen dagegen auf eigenen Wunsch trotzdem weiterhin Präsenzunterricht erteilen.

Für den Kultusminister ist das ein sehr bemerkenswertes Signal: „Das ist ein deutliches Bekenntnis der Lehrerinnen und Lehrer, selbst unter Pandemiebedingungen ihre Schüler unterrichten zu wollen. Dafür bin ich der sächsischen Lehrerschaft sehr dankbar.“ Das Bundesland kämpft bereits seit Jahren gegen einen akuten Lehrermangel und musste zuletzt wiederholt viele Seiteneinsteiger einstellen, damit mehr Lehrer zur Verfügung stehen. Mit einer möglichen Lehrerverbeamtung wurde zudem ein zusätzlicher Anreiz für den Eintritt in den sächsischen Schuldienst geschaffen.

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Jene 330 Pädagogen – 116 Lehrer an Grundschulen, 58 an Oberschulen, 71 an Gymnasien, 57 an Förderschulen und 28 an Berufsschulen – , die aufgrund des Attestes vom Präsenzunterricht befreit sind, werden laut dem Minister dennoch für ihre Schulen tätig sein und andere Aufgaben übernehmen. Das können unterrichtsvorbereitende pädagogische Aufgaben oder Korrekturarbeiten sein. Auch ein Einsatz als Lehrkraft für Schüler, die ihre Lernzeit zuhause verbringen, sei möglich. 

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