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Aktion "Sorgenkind Schule" startet in Löbau

Kultusminister Christian Piwarz eröffnet neue Grundschullehrer-Ausbildungsstätte für Ostsachsen. Dadurch soll die Pendelei der Pädagogen beendet werden.

Kultusminister Christian Piwarz eröffnet die neue Lehrerausbildungsstätte.
Kultusminister Christian Piwarz eröffnet die neue Lehrerausbildungsstätte. ©  Matthias Weber

Wenn Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) auf die Grundschul-Landschaft im Freistaat schaut, sieht für ihn nicht alles rosig aus. "Wir haben zwei regionale Sorgenkinder. Zum einen die Region Chemnitz und das Osterzgebirge, zum anderen Ostsachsen." Damit meint er nicht den baulichen Zustand oder die Ausstattung der Schulen in den genannten Regionen - sondern den drohenden Lehrermangel. Viel zu wenige junge Menschen wollen noch Grundschullehrer werden. Und von denen wollen noch weniger im ländlichen Raum unterrichten.

Das sagte der Minister am Donnerstagvormittag bei einem Besuch in Löbau. Genau hier gab er auch den Startschuss für die Initiative, das Grundschullehramt im ländlichen Raum Ostsachsen zu stärken. An der Hartmannstraße 6 eröffnete er die neue Lehrerausbildungsstätte für Grundschul-Referendare. "Ich bin froh, damit einzulösen, was wir versprochen haben", sagte er. Mit der Ausbildungsstätte wolle man mehr junge Leute für den Lehrerberuf begeistern und mehr von ihnen für den ländlichen Raum. Gleich nach dem Ende der Sommerferien Mitte August geht der Betrieb los. Zunächst zwei Kurse mit insgesamt 24 Referendaren von Schulen aus der Region werden für ihren Ausbildungstag außerhalb der Schule nicht mehr einmal wöchentlich nach Dresden pendeln müssen, sondern kommen nach Löbau. "Diejenigen, die sich hier heimisch fühlen, haben wir umgelenkt", sagte Piwarz. Das Interesse an dem Ausbildungsstandort in Löbau sei bei den angehenden Lehrern groß. "Wir rechnen mit einem Zuwachs an Referendaren", sagte er.

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Bundesweit einmalig versüßt der Freistaat angehenden Grundschullehrern die Berufswahl - vorausgesetzt sie verpflichten sich, auch nach ihrem Referendariat für mehrere Jahre an Schulen im ländlichen Raum zu unterrichten. Gut 1.000 Euro Gehalt gibt es dafür monatlich zusätzlich als sogenannten "Anwerber-Sonderzuschlag". "Wir haben damit die bestbezahlten Referendare Deutschlands", sagte Piwarz. Die Staatsregierung verspricht sich von der Maßnahme, dass viele junge Lehrer dauerhaft in Ostsachsen sesshaft bleiben. "Die Fliehkräfte in die Großstadt sind nicht mehr so groß", so Piwarz. Bislang möchten junge Lehrer überwiegend in Metropolregionen wie Dresden oder Leipzig arbeiten.

Minister Piwarz warb auch in Hinblick auf mögliche Aufstiegschancen für junge Lehrer für den ländlichen Raum. "Wir wollen junge Menschen in Verantwortungspositionen bekommen", sagte er. Und gerade hier in der Region bestehe in den nächsten Jahren etwa ein hoher Bedarf an Schulleitern, weil ältere Lehrer aus dem Dienst ausscheiden. "Es gibt gute Aufstiegschancen. Jeder, der Interesse anmeldet, bekommt von uns positiv gesagt eine Spezialbehandlung", sagte Christian Piwarz. Im ländlichen Raum seien zudem die Preise auf dem Wohnmarkt attraktiv, erwähnte Piwarz in Hinblick auf eine spätere Familienbildung der jungen Lehrer. "Hier lässt es sich gut leben - vielleicht sogar besser als in Metropolen", sagte er.

Auch Oberbürgermeister Dietmar Buchholz (parteilos) freute sich bei der Eröffnung über die neue Ausbildungsstätte - schon aus Traditionsgründen. Denn bereits zu DDR-Zeiten wurden in dem Gebäude an der Hartmannstraße Lehrer ausgebildet. "Früher meine Tochter und jetzt meine Enkelin gehen zur Schule bei Lehrern, die hier ausgebildet wurden. Danke, dass die Entscheidung für Löbau gefallen ist", sagte er. Erst im Januar hatte sich das Kultusministerium gegen die Bewerberstadt Ebersbach-Neugersdorf und für Löbau als Sitz der Ausbildungsstätte entschieden. Das Gebäude in der Hartmannstraße ist im Eigentum des Freistaats. "Es war eine gute Entscheidung, das Gebäude als Landesliegenschaft zu belassen", nannte der Minister einen der Gründe für die Löbau-Entscheidung.

Bei einem guten Start will auch Oberbürgermeister Buchholz den Referendaren helfen. "Die Leute sollten schnellstens bei uns zur Wobau kommen. Wir haben Parkplätze in der Tiefgarage an der Sachsenstraße oder an der Hartmannstraße", so der Oberbürgermeister. Das Parken auf dem Parkplatz des benachbarten Supermarktes könne nämlich Ärger bringen, die stadteigenen Parkplätze seien dagegen günstig.

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