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Hoyerswerda

Leichter in den Sattel

Neuer Weg zum „Kleinen Motorradführerschein“ ist frei

Im Lausitz-Center Hoyerswerda wird noch bis 15. Februar die Zweiradschau „Bike & Fun“ gezeigt.
Im Lausitz-Center Hoyerswerda wird noch bis 15. Februar die Zweiradschau „Bike & Fun“ gezeigt. © Foto: Uwe Schulz

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Obwohl schon Schneeglöckchen blühen und fast täglich Regen statt Schnee fällt, ist Februar kalendarisch tiefster Winter. Die meisten haben ihre Mopeds und Motorräder deshalb noch in Garagen, doch mehr Sonnenstunden und ruhigeres Wetter werden das bald ändern. Vielleicht spielt schon jetzt manche(r) Pkw-Fahrer(in) mit dem Gedanken, auch auf einem leichten Motorrad mit bis zu 125 cm³ und einer Motorleistung von bis zu 15 PS den Frühling in der Lausitz zu genießen – ohne den „großen“ Motorradführerschein.

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Zwischen Säge und Spänen

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Wenn er oder sie mindestens 25 Jahre alt ist und seit fünf Jahren den Pkw-Führerschein hat, darf er/sie so eine Maschine seit dem 1. Januar 2020 ohne Extraprüfung fahren, sagte der Fahrlehrer Christian Krumm von der Fahrschule AGK Ostsachsen GmbH. Bisher ging das nur nach dem Erwerb der Führerscheinklasse A1. Diese Änderung der Fahrerlaubnis-Verordnung hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer auf den Weg gebracht und vom Bundesrat wurde sie Ende 2019 bestätigt. Nun reichen neun Unterrichtseinheiten à 90 Minuten (vier für die Theorie und fünf für die Fahrpraxis auf dem Leichtkraftrad), um sich die Schlüsselzahl „196“ in den Pkw-Führerschein eintragen zu lassen und dann deutschlandweit zu fahren. Um das mit der richtigen Sicherheit zu tun, sei es aber realistischer, mit mindestens zwei zusätzlichen Fahrstunden à 90 Minuten zu rechnen, erläuterte Christian Krumm. „Schließlich sollen die Unfallzahlen durch diese Regelung nicht steigen.“ Wer allerdings andere Länder bereisen will, muss dort weiterhin die Führerscheinklasse A 1 nachweisen. Er kann dann ebenfalls wie bisher zwei Jahre nach deren Erwerb die Führerscheinklasse A 2 für Motorräder bis 48 PS ohne neue Theorieprüfung ablegen. Zur gesetzlichen Neuregelung bezüglich des Fahrens leichter Motorräder sagte Gerold Wimmer, Inhaber der Fahrschule Wimmer Hoyerswerda, dass dieser Weg mit den wenigen vorgeschriebenen Fahrstunden dem Fahrschüler kaum Zeit lässt, sich das neue Fahrgefühl auf dem Zweirad sicher anzueignen. Da sei es gut, dass er bei beobachteten Unsicherheiten diese Ausbildung wie jede andere verlängern darf. „Ich lasse doch niemanden auf die Straße, der die Maschine nicht sicher beherrscht.“

„Motorräder der Klasse A1 schaffen weit mehr als 100 km/h. An die Balance beim Fahren und das Bremsverhalten muss sich jeder Fahrschüler erst gewöhnen“, ergänzte Steffen Hartmann, Inhaber der Fahrschule Hartmann Hoyerswerda.

Hinzu kommt, dass während der fünf Fahrstunden à 90 Minuten laut gesetzlicher Vorgabe auch die Sonderfahrt auf der Autobahn oder Kraftfahrstraße zu absolvieren ist. Der Fahrlehrer hat immer und bei dieser Ausbildung besonders die Aufgabe, das Können des Schülers richtig zu beurteilen und mit ihm bei Bedarf weitere Fahrstunden durchzuführen, so Steffen Hartmann. In dem Fall hat der Fahrschüler laut Gesetz auch kein Recht, nach fünf praktischen Unterrichtseinheiten vom Fahrlehrer die Herausgabe der Teilnahmebescheinigung zu verlangen, die er zur Vorlage bei der Fahrerlaubnisbehörde braucht. Aber „... wenn man diesen neuen Weg zum Führen eines Leichtkraftrades verantwortungsbewusst umsetzt, sollte das kein Problem sein“, sagte Steffen Hartmann.

Womit fährt man Quad?

Eine Fahrzeugklasse „Quad“ / einen speziellen Quad-Führerschein gibt es nicht. Quads („vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge“) dürfen mit einem Führerschein der Klasse AM (bis 2013: Klasse S) bewegt werden – mit den unten genannten Einschränkungen – oder mit einem Führerschein der Klasse B.

Mit dem Schein AM darf man Quads mit max. 50 ccm Hubraum und 45 km/h Höchstgeschwindigkeit fahren.

Mit dem B17-Führerschein („begleitetes Fahren“) darf man auch schon vor Erreichen des 18. Lebensjahres Quads mit mehr als 50 ccm Hubraum und 45 km/h Höchstgeschwindigkeit fahren – es muss dann aber wie beim Pkw eine eingetragene Begleitperson auf dem Quad mitfahren.

Mit dem B-Führerschein darf man Quads unabhängig von Hubraum oder Geschwindigkeit fahren – nur die Fahrzeug-Masse darf 3,5 Tonnen nicht überschreiten. Solche Quads gibt es aber (bislang noch) nicht.

Quelle: www.bussgeldkatalog.org/