merken
PLUS

Leichter oder teurer

DHL verlangt auch für leichtere Pakete den Preis, der bis 30 Kilo gilt. Für eine Gottleubaerin nicht das einzige Ärgernis.

Von Heike Sabel

Der Brief bei der Deutschen Post ist seit Jahresbeginn um zwei Cent teurer. Das wusste Monika Weidner aus Bad Gottleuba. Dass auch die Pakete zum Teil sehr viel teurer wurden, musste sie jetzt erfahren. Und auch, dass damit nicht automatisch der Service besser wird.

Anzeige
Schon einmal vom Pflasterpass gehört? 

Medizin Live - das Forum zum Pflasterpass. Erste Hilfe ist kinderleicht! Dennoch stellt man sich vielleicht die Frage, ob Kinder überhaupt schon bereit sind für dieses Thema.

Neulich brachte sie ihr Paket zum Postservice. „Es wog 10,6 Kilogramm, ich rechnete mit elf Euro.“ Doch die freundliche Mitarbeiterin verkündete ihr, die Gewichtsstufe für 10 bis 20 Kilogramm sei entfallen. Das 10,6 Kilogramm schwere Paket kostet damit nun so viel wie ein bis 31,5 Kilogramm schweres, nämlich 14,99 Euro in der Filiale.

Monika Weidner stand vor der Alternative, etwas aus dem Paket zu entfernen oder ins Portemonnaie zu greifen. Weil es Dinge für ihren Enkel waren und ein PC, den ihr Sohn reparieren soll, bezahlte sie. Blieb noch die Frage, wann denn das Paket in Goslar sein wird. „Am nächsten Tag, wurde mir gesagt.“

An dem gab sie die Sendungsnummer im Internet ein und stellte überrascht fest: „Mein Paket wurde fehlgeleitet und umadressiert. Umadressiert? Wo geht es denn nun hin?“ Monika Weidner rief an und erfuhr: Es sei ein Fehler aufgetreten, das Paket landete auf einem falschen Band, werde aber weiter transportiert.

Tag drei: Das Paket wurde in der Nacht nach Osterweddingen transportiert. Wieder ein Anruf. Die Adresse sei richtig gewesen, alles gut. Nur dass das Paket heute ankommt, sei eher unwahrscheinlich, denn Osterweddingen ist für Goslar nicht zuständig. Warum das Paket dann dorthin kam, habe der Mitarbeiter am Telefon nicht sagen können. Monika Weidner verfolgte dann den ganzen Tag den Lieferstatus, bis der am Nachmittag meldet: Paket ausgeliefert. – Für die Deutsche Post ist alles richtig gelaufen. Die hat den Transportweg von JJD1431003437413, Weidners Sendung, auf Nachfrage der Sächsischen Zeitung noch einmal geprüft. Zwischen Abgabe in der Filiale und Auslieferung lagen reichlich 50 Stunden. „Bei einem nationalen Standardpaket garantieren wir laut Allgemeinen Geschäftsbedingungen generell keine bestimmte Laufzeit“, sagt Anke Blenn von der Berliner Post-Pressestelle. Gesetzlich sei geregelt, das 80 Prozent der innerhalb Deutschlands verschickten Pakete nach zwei Tagen beim Empfänger angekommen sein. 90 Prozent schaffen es bereits binnen eines Tages.

Warum das Paket von Monika Weidner einen Umweg machte, ist nicht eindeutig zu klären. „Bei der Bearbeitung der Sendung im Paketzentrum Ottendorf-Okrilla konnte wahrscheinlich die Sendungsanschrift nicht sofort maschinell gelesen werden“, sagte Anke Blenn. Deshalb wurde das Paket später noch einmal bearbeitet.

Monika Weidner wird so schnell kein Paket mehr mit der Post schicken. „Was haben sich die Götter in Gelb da nur gedacht?“ Weshalb die Kategorie bis 20 Kilogramm gestrichen wurde, kann die Post nicht sagen. Stattdessen wird auf eine neue Gewichtsstufe für Pakete bis fünf Kilogramm verwiesen.

Zum Vergleich: Auch bei dem privaten Dienstleister Post Modern gibt es zwar neben dem bis drei Kilogramm schweren Paket für 4,50 Euro innerdeutsch nur die Kategorien bis zehn Kilogramm und bis 31,50 Kilogramm. Dafür kostet das schwere Paket mit 9,50 Euro immerhin 5,49 Euro weniger als bei der Post.