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Leidenschaft des Südens zur „Summertime“

Mit „Porgy and Bess“ ist im Juli erstmals in der Semperoper die einzige amerikanische Oper von Weltruhm zu erleben.

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Von Bernd Klempnow

„Summertime“ – es soll ein Schlaflied sein, mit dem der amerikanische Komponist George Gershwin seine Oper „Porgy and Bess“ beginnt. Wohl ist dieses Lied eine getragene Weise, aber es wurde der Hit eines an großen Liedern reichen Stücks. „Dabei ist nicht nur die Musik grandios“, sagt Morenike Fadayomi, Sängerin der Bess. „Es ist eine unglaublich spannende, emotionsreiche Geschichte über die schicksalhafte Liebe eines Krüppels und einer aufbegehrenden Frau.“

Die junge, schöne Sopranistin hat die Rolle der Bess schon oft und weltweit gesungen. Nun bereitet sie sich auf eine besondere Premiere vor. Im Juli gastiert Morenike Fadayomi auf einer Tournee des New York Harlem Theatre mit dieser einzigen amerikanischen Oper von Weltrang in Dresden. Erstmals läuft dann das vor gut 70 Jahren uraufgeführte Stück in der Semperoper. Ausschließlich Farbige dürfen die Solo- und Chor-Partien des Meisterwerks interpretieren. Gut 100 Künstler sind auf der Bühne und im Graben zu erleben. Darunter ist auch der charismatische Terry Cook, der mit seinem markanten Bassbariton den Porgy an vielen ersten Häusern von New York bis Paris gesungen hat.

Gezeigt wird eine 1993 in New York entstandene Inszenierung. Sie stellt Leidenschaft und Lebenslust der Menschen aus South Carolina des 19. Jahrhunderts in den Vordergrund. Dabei erhält die Musik, die Jazz-, Gospel- und Soul-Elemente mitreißend aufgreift, breiten Raum. „Ich bekomme unverändert Gänsehaut“, so Morenike Fadayomi, „wenn ich von den schwachen wie starken Seiten der Bess singe.“

Gastspiel in der Semperoper vom 11. bis 26. Juli, teils Doppelvorstellungen; Karten gibt es in allen SZ-Treffpunkten und telefonisch unter 01805/740074. SZ-Card-Inhaber erhalten für einige Vorstellungen 20 Prozent Rabatt.