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Corona: Trockene Raumluft erhöht die Infektionsgefahr

Die Luft in geschlossenen Räumen begünstigt die Ausbreitung des Virus. Unter bestimmten Bedingungen wird dies sogar extrem infektiös.

Dicke Luft in geschlossenen Räumen: Das Coronavirus fühlt sich da wohl. Und mehr noch, es schwebt offenbar länger durch den Raum.
Dicke Luft in geschlossenen Räumen: Das Coronavirus fühlt sich da wohl. Und mehr noch, es schwebt offenbar länger durch den Raum. © Soeren Stache/dpa

Winzige Tröpfchen in der Luft tragen das Coronavirus von Mensch zu Mensch. In Innenräumen, bei geschlossenen Fernstern, wird das besonders kritisch. Mit dem Herbst, Winter wachsen die Chancen für das Virus. Und das aus einem noch ganz anderen Grund.

Wie Wissenschaftler vom Leibniz-Institut für Troposphärenforschung Leipzig (Tropos) jetzt festgestellt haben, spielt bei der Ausbreitung der Coronaviren die Luftfeuchtigkeit eine ganz entscheidende Rolle. Gemeinsam mit dem National Physical Laboratory in New Delhi haben sie die international verfügbaren Studien analysiert. Eine geringe Luftfeuchtigkeit bietet den Viren die besten Bedingungen. Eine hohe Luftfeuchtigkeit in den Räumen indes verringert die Ausbreitung der Coronaviren.

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„Liegt die relative Luftfeuchtigkeit der Raumluft unter 40 Prozent, dann nehmen die von Infizierten ausgestoßenen Partikel weniger Wasser auf, bleiben leichter, fliegen weiter durch den Raum und werden eher von Gesunden eingeatmet“, fasst Ajit Ahlawat vom Tropos zusammen. „Außerdem werden bei trockener Luft auch die Nasenschleimhäute in unseren Nasen trockner und durchlässiger für Viren.“

Bestimmte Luftfeuchtigkeit reduziert Ausbreitung

Neben Abstand, Masken und wenig Kontakten geben die Forscher eine weitere wichtige Empfehlung: Eine relative Feuchte von 40 bis 60 Prozent in den Räumen könne die Ausbreitung der Viren reduzieren. Der Mindestabstand von 1,5 Metern reicht in Räumen mit geringer Luftfeuchte nicht aus.

Die Aerosole, winzigste Tröpfchen, sind bei Trockenheit noch winziger und sinken nicht so schnell auf den Boden. Sie schweben länger und weiter. Tröpfchen mit nur fünf tausendstel Millimeter Durchmesser, wie sie beim Sprechen entstehen bleiben bis zu neun Minuten in der Luft, bevor sie absinken. Schon im Juli hatte sich daher der Tropos-Chemiker Hartmut Herrmann und 200 weitere Fachkollegen an die Weltgesundheitsorganisation gewandt. Es sei nötig, diese langlebigen, schwebenden Teilchen stärker im Corona-Infektionsgeschehen zu beachten.

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Daher sei es für die Eindämmung der Covid-19-Pandemie sehr wichtig, Standards für die Luftfeuchte in Innenräumen festzulegen, schreibt das Forscherteam im Fachjournal Aerosol and Air Quality Research. Insbesondere betreffe das Räume, in denen sich viele Menschen aufhielten wie Großraumbüros, Krankenhäuser oder auch den Öffentlichen Nahverkehr. Für daheim heißt dies: Auch im Winter immer wieder lüften. Trockene Luft im Raum vermeiden, wie sie durch die Heizungen entsteht.

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