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Leise Hoffnung auf das neue Eisstadion

Drei von vier Problemen bei der Sanierung der Tornado-Spielstätte können gelöst werden. Eines bereitet Kopfzerbrechen.

Von Wulf Stibenz

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Eishockeyfans in Niesky dürfen jubeln. Aber Konzerte wird es im Eisstadion am Waldbad nicht geben. Das ist die klare Botschaft von Planungsprofi Ansgar Kaup bei der Vorstellung des neuen Entwurfes zu Umbau und Sanierung der Spielstätte nahe dem Emmaus-Krankenhaus. Denn insbesondere die Frage des Lärms beim Stadionbetrieb wird zum Prüfstein für oder gegen das sanierungsbedürftige Eisstadion. Kaup: „Wenn es gebaut wird, ist das Wie die entscheidende Frage.“ Mit drei geschlossenen Seiten und einem Dach, mit einer Lärmschleuse am Eingangsbereich und Schallbrechern bei der Konstruktion könnte alles gut gehen. Muss es aber nicht.

Die Regeln für so eine Sanierung inmitten einer Stadt sind klar. Der Gesetzgeber wertet den Schutz der Anwohner und der Patienten im Krankenhaus höher als die Chance, mit der sanierten Spielstätte den Tornados und allen anderen Nutzern eine sportliche Perspektive zu bieten. Kaup zum Werdegang bei den Genehmigungsbehörden: „Schall ist ein sensibles Thema.“ So müssen im Nieskyer Fall draußen 25 Dezibel weniger ankommen, als im Inneren durch Jubel oder Musikanlage erzeugt werden. In der aktuellen Planungsphase ist alles möglich. Barbara Giesel vom Bauamt der Stadt: „Wir haben noch keine technische Lösung für das Dach.“ Fest steht, dass es auch für die Schallwerte – und nicht nur für die wetterunabhängigere Nutzung des Stadions nötig wird. So sieht das auch Nieskys Oberbürgermeisterin Beate Hoffmann. Und betont: „In der vertiefenden Bauplanung werden die Lärmminderungsmaßnahmen geprüft.“ Gibt es einen Plan für den neuen Baukörper, kann auch das entsprechende Lärmgutachten verlässliche Daten liefern. Das entscheidet dann über Sanierung oder Neuplanung.

Die bisherige Planung hat neben vielen Erkenntnissen auch Ergebnisse gebracht. Insbesondere drei Probleme sind dabei zu lösen gewesen – neben dem Lärmthema. So befindet sich das Stadion in einer Trinkwasserschutzzone. Laut Ansgar Kaup können hier die Auflagen durch ein neues Kältemittel für die Eisherstellung erreicht werden. Ebenfalls soll das ganze Regenwasser komplett über ein Rohrsystem bis zur Plitt- und Gersdorf-Straße abgeleitet werden. „Zur Sicherheit bei Starkniederschlägen wird ein 65 Kubikmeter großes Rückhaltebecken gebaut“, so Kaup.

Ein weiterer sensibler Punkt ist der Wald rund ums Stadion. Damit überhaupt die großen Baumaschinen anrücken können, müssen auf 1 200 Quadratmetern Bäume gefällt werden. Die können dann wieder angepflanzt werden. Aber auf 900 Quadratmeter wird kein Baum mehr wachsen können – da das Stadion inklusive Parkplätzen schlicht wächst. Dafür ist nun eine Lösung gefunden worden: Eine sogenannte Ersatzneupflanzung an der Raschkestraße.

Bleibt als drittes Problem der Straßenverkehr rund ums Stadion – inklusive des Vorhabens, Parkplätze zu schaffen. Der Plan, das alte Haus bei der Bautzener Straße abzureißen, ist aufgrund eines Widerspruchs gescheitert. Somit bleiben nur die Fläche direkt an der Ecke und die verlängerte Poststraße mit möglichen Parkbuchten. Die Planer kommen auf 28 neue Stellplätze. Nicht gewaltig, aber eine Verbesserung. Denn auch die Lenkung des Straßenverkehrs in dem Gebiet wird auch im Sinne des Krankenhauses angepasst.

Was noch fehlt, ist ein Nutzungskonzept. So sind einige Stadträte davon ausgegangen, dass neben dem Eissport auch andere Großveranstaltungen im Waldstadion über die Bühne gehen. Doch Stadtwerke-chef Holger Ludwig macht klar: „Es wird 18 Veranstaltungen im Jahr geben, die auch nach 22 Uhr laut sein können – mehr nicht.“ Und diese Termine sind bislang für die Heimspiele der Tornados gedacht. Laut Planer Kaup besteht die Möglichkeit, vier Sonderereignisse pro Jahr genehmigen zu lassen – so handhabt das auch die Kulturinsel Einsiedel. Ob das funktioniert, auch für Veranstaltungen außerhalb des Sports gilt und das Waldstadion als Veranstaltungsort etabliert, ist fraglich. Stadtrat Harald Pause-Kosubek jedenfaflls sieht noch erheblichen Beratungsbedarf, da „wir eigentlich auch eine Sommernutzung und Veranstaltungen für Jugendliche wollen“. Entschärfen kann Planer Kaup die Diskussion nur an dem Punkt, dass die Lärmthematik nur bei Abendveranstaltungen greift. Alle anderen Veranstaltungen sind denkbar.

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