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Leisnig sucht neue Form fürs Gästeamt

Die Anlaufstelle bleibt auch über den Sommer geschlossen. Sie ist nicht mehr zeitgemäß, findet Bürgermeister Tobias Goth (CDU).

Wer als Gast nach Leisnig kommt, findet mit etwas Glück die zertifizierte Anlaufstelle. Aber die ist seit Februar geschlossen. Mit Corona hat das nichts zu tun.
Wer als Gast nach Leisnig kommt, findet mit etwas Glück die zertifizierte Anlaufstelle. Aber die ist seit Februar geschlossen. Mit Corona hat das nichts zu tun. © Dietmar Thomas

Leisnig. Wer sich in Leisnig eine Wanderkarte besorgen oder sich nach Ausflugszielen in der Umgebung erkundigen will, der steht im Gästeamt im Stadtgut vor verschlossener Tür.

Das ist schon seit Februar so. Mit Corona hat das nichts zu tun, sondern vielmehr mit dem Ausscheiden der damaligen Mitarbeiterin nach reichlich einem halben Jahr.

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 Seitdem hatte die Verwaltung wegen der im März beginnenden Pandemie zunächst „andere Sorgen“, wie der Bürgermeister damals sagte. Mittlerweile suche die Verwaltung nicht nach einer geeigneten Person, um die Stelle neu zu besetzen, sondern vielmehr nach einer anderen Lösung, Besucher von Leisnig „zu betreuen“. 

Ideenbörse nach der Sommerpause

Das sagte der Rathauschef auf Anfrage von Stadträtin Maria-Christin Anderfuhren (Bündnisgrüne). Sie wollte wissen, wie es mit dem Gästeamt weitergeht. Daraufhin kündigte Tobias Goth an, dass es nach der Sommerpause auch im Stadtrat darum gehen soll, in welcher Form sich Leisnig künftig um diejenigen bemühen will, die die Stadt besuchen, hier etwas erleben wollen.

 Der Rathauschef selbst sieht die bisherige Art, also ein Gästeamt beziehungsweise ein Tourismusbüro zu betreiben, als nicht mehr zeitgemäß an. Es seien neue Ideen gefragt. Und damit meint er nicht nur den Empfang und die Beratung von Besuchern, was aus einer Sicht zunehmend auf digitalem Weg passiert oder passieren muss.

So lange wie in diesem Jahr war das Gästeamt in Leisnig selten zuvor unbesetzt. Beschwerden von Beschern der Stadt gibt es darüber aber offenbar nicht.
So lange wie in diesem Jahr war das Gästeamt in Leisnig selten zuvor unbesetzt. Beschwerden von Beschern der Stadt gibt es darüber aber offenbar nicht. © Norbert Millauer

Dafür sollte es zwar trotzdem einen Ansprechpartner geben. Aber der müsse nach den Vorstellungen des Bürgermeisters mehr Talente haben, zum Beispiel auch einmal einen Stadtführer geben können, wenn der Bedarf da ist. Nur im Büro sitzen und warten, dass Gäste mit ihren Fragen durch die Tür kommen, das sei nicht der Weg, den er touristisch für Leisnig sieht.

Goth ist der Überzeugung, dass es Ansätze gibt, wenn im laufenden Demografieprojekt ein digitales Zukunftsportal für Leisnig aufgebaut wird. 

Gäste-Info am Bahnhof ist denkbar

Außerdem stimmen ihn und auch andere Räte zuversichtlich, dass die neuen Eigentümer des Bahnhofes sich vorstellen können, eine Art Gästeinformation einzurichten oder Platz dafür zu schaffen.

 Der Standort ist gut: Dort kommen Zugreisende in der Stadt an und alljene vorbei, die auf dem Muldental- und dem neuen Obstland-Radwanderweg unterwegs sind.

Zwischenzeitlich sieht der Bürgermeister das Bürgerbüro im Rathaus als Anlaufpunkt. Das ist allerdings am Wochenende gar nicht und in der Woche auch nicht durchgängig besetzt. 

Wer es erst einmal bis ins Stadtgut zum bisherigen Gästeamt geschafft hat, den werden die Bibliothekarinnen Kerstin Otto und Konstanze Eulitz garantiert nicht wegschicken, wenn es Fragen zur Stadt gibt.

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