SZ +
Merken

Leisniger sagen Gastspiel auf der Gartenschau ab

„Vor zwei Jahren war die Anfrage von der Leitung der Landesgartenschau gekommen, ob wir uns als Stadt präsentieren wollen“, berichtet Hauptamsleiter Eberhard Jäger. Diese Chance wollte Leisnig gemeinsam mit den Vereinen nutzen, um vor allen für seine historischen Feste zu werben.

Teilen
Folgen

Von Bärbel Schumann

„Vor zwei Jahren war die Anfrage von der Leitung der Landesgartenschau gekommen, ob wir uns als Stadt präsentieren wollen“, berichtet Hauptamsleiter Eberhard Jäger. Diese Chance wollte Leisnig gemeinsam mit den Vereinen nutzen, um vor allen für seine historischen Feste zu werben.

Ähnlich dem von Leisniger Vereinen gestalteten Mittelalterspektakel in der Partnerstadt Bünde plante man in Oschatz, zwei Tage lang altes Handwerk vorzustellen sowie mit Musik, Gaukelei und Leisniger Originalen wie der Stiefelwache für Unterhaltung zu sorgen. Der Tross 65 bis 70 Akteure umfasst.

Die Kosten für den Transport der Kulissen, den Riesenstiefel und der Kostümen wollten die Vereine mit dem Erlös aus dem Verkauf von Kulinarischem und Getränken decken. Zwischen 1500 und 2200 Euro würden dafür gebraucht. Ein Plan, den die Vereine jedoch nicht in gewohnter Weise umsetzen konnten.

„Die Leitung der Gartenschau hat die Bewirtschaftung der gastronomischen Einrichtungen an einen Leipziger Caterer vergeben“, erklärt Eberhard Jäger. Ohne dessen Genehmigung können die Leisniger kein Bier zapfen und verkaufen. Mit ihm, so Jäger, hätte es Absprachen hinsichtlich der Preise gegeben. Doch was vor Wochen abgesprochen war, hatte Mitte Mai bei Gesprächen keine Gültigkeit mehr. Stiefelwache, Karnevalisten, Stadtwache und die Akteure der Handwerkerstraße standen also vor der Frage: Wie finanzieren wir unser Vorhaben? Eine Lösung wurde nicht gefunden und deshalb das Leisniger Gastspiel abgesagt.

„Eine andere Möglichkeit gab es nicht. Und von unseren Vereinsmitgliedern abzuverlangen, alle Unkosten selbst zu tragen, wäre zu viel. Die meisten bringen sich eh sehr persönlich ein, bezahlen Kostüme und anderes mehr aus der eigenen Tasche“, erklärt Jürgen Hermsdorf, Präsident des Carnevalsclubs Leisnig (CCL). Bedauerlich ist auch, dass Werner Hynitzsch für den Auftritt des CCL in Oschatz extra ein Riesenfass baute. Es steht nun in seinem Garten.