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Leisniger springt übern großen Teich

Calgary statt Lüttewitz: Michael Kölz reitet in Kanada beim Spruce Meadows Masters gegen die Weltspitze.

Springreiter Michael Kölz weilt derzeit mit seinem derzeitigen Spitzenpferd Anpowikapi im kanadischen Calgary bei einem der größten Pferdesportevents weltweit.
Springreiter Michael Kölz weilt derzeit mit seinem derzeitigen Spitzenpferd Anpowikapi im kanadischen Calgary bei einem der größten Pferdesportevents weltweit. © -Dietmar Thomas

Leisnig. Calgary statt Lüttewitz, die Rocky Mountains statt das Mittelsächsische Hügelland rund ums heimische Tautendorf. Der Leisniger Springreiter Michael Kölz nimmt derzeit mit seinem derzeitigen Spitzenpferd Anpowikapi an einem der weltweit größten Pferdesportevents, dem Spruce Meadows Masters teil. Dieses Turnier ist vergleichbar mit dem CHIO in Aachen. Bereits am 31. August trat der zwölfjährige Wallach die Reise über den großen Teich an, Kölz selbst flog drei Tage später.

„Ich habe das erste Mal Europa verlassen und dass ich dabei gleich an solch einem Event teilnehmen darf, ist schon eine tolle Sache und eine besondere Ehre“, sagte der Reiter des Pferdesportvereins Leisnig, den der Döbelner Anzeiger in Kanada am Telefon erreichte. 

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„Für den Fuchs, der die Reise mit anderen Sportpferden ab Lüttich antrat, sei der Flug kein Problem. „Jeweils drei Pferde stehen in einem Transportcontainer“, erklärt Kölz. Das sei nicht anders als beim Transport im LKW oder Pferdeanhänger. Lediglich Start und Landung wären kurzzeitig etwas ungewohnt. 

„Aber das ist ja auch bei uns Menschen so. Ansonsten geht es im Flugzeug, im Gegensatz zur Straße, ja viel ruhiger zu, weil es keine Kurven gibt“, sagte Kölz. Auch die Zeitumstellung und die Witterung würden keine Probleme bereiten. „Es ist von den Temperaturen her etwa wie in Deutschland, nachts etwas kälter“, sagt Kölz.

Die Freude beim Vorjahresdritten der Deutschen Meisterschaft im Springreiten 2018 war natürlich groß, als er von seiner Nominierung für dieses Nationenpreisturnier erfuhr. Nachdem er aufgrund eines Armbruchs die Deutsche Meisterschaft in diesem Jahr verpasste, sei die Teilnahme an der Großveranstaltung in Übersee für ihn persönlich schon eine kleine Entschädigung. 

Geplant war zwar, wie im Vorjahr, die Teilnahme am Nationenpreisturnier in Spanien, doch als der Anruf kam, sei kurzfristig umdisponiert worden. Von der Vorbereitung für Anpowikapi ergab sich kein Unterschied. Durch die verletzungsbedingte Zwangspause hätte der Wallach genügend Zeit gehabt, fit zu werden. „Das war sicher kein Nachteil“, sagt Kölz, der in Vorbereitung an zwei ländlichen und zwei größeren Turnieren teilnahm.

Diese Vorbereitung wurde am Mittwoch und Donnerstag mit zwei Springen fortgesetzt. So belegte er in einem Springen 1,50m mit einem Abwurf Platz 47 und in einem weiteren Springen 1,50m mit 0 Fehlerpunkten den 18. Platz. Dabei trafen Michael Kölz und Anpowikapi auf einen Großteil der Weltspitze, unter anderem den Weltranglistenersten Steve Guerdat aus der Schweiz. „Es ist schon extrem schwer hier, man kann noch nicht sagen, wie es ausgeht“, sagt Kölz. 

Geplant sei nun der Einsatz im Fünf-Sterne-Springen 1,60m des Nations Cup, das mit 530.000 Kanadischen Dollar dotiert ist. Sollte Kölz in diesem Wettkampf ohne Abwurf bleiben, würde am Sonntag das Fünf-Sterne-Springen 1,60m um den Großen Preis vom Calgary, das mit 3.000.000 Kanadischen Dollar höchstdotierte Springen überhaupt, folgen. „Ich versuche, eine gute Leistung abzuliefern. Natürlich zähle ich mich nicht zum Favoritenkreis. Wenn es insgesamt ordentlich abläuft, bin ich zufrieden“, sagt Michael Kölz.

In Anbetracht der großen Konkurrenz und der Wichtigkeit des Turniers sei schon die Teilnahme ein besonderes Erlebnis. Auch deshalb hat Michael Kölz in diesen Tagen wenig Zeit, sich in Übersee etwas anzuschauen. Doch er würde einen Tag dranhängen, um doch etwas von der Schönheit Kanadas mitzubekommen und dann den Rückflug nach Lüttich nehmen. Vielleicht neben neuen Eindrücken mit einer tollen Platzierung im Gepäck.

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