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Auch Ex-Dynamo Stefaniak zahlt für Jugend-Trainer

Sie erinnern sich in der Corona-Krise an ihre Ausbildung beim SC Borea in Dresden. Nun macht der dritte Spieler mit. Im Interview erklärt Toni Leistner die Aktion.

Marvin Stefaniak ist zwar bei Dynamo zum Profi geworden, seine Ausbildung beim SC Borea in Dresden hat aber auch er nicht vergessen - und hilft seinem Jugendverein in der Corona-Krise.
Marvin Stefaniak ist zwar bei Dynamo zum Profi geworden, seine Ausbildung beim SC Borea in Dresden hat aber auch er nicht vergessen - und hilft seinem Jugendverein in der Corona-Krise. © Robert Michael

Dresden. Die Aktion hat sich rumgesprochen - und sie kommt gut an. Nach den Bundesliga-Profis Toni Leistner vom 1. FC Köln und Tony Jantschke von Borussia Mönchengladbach hilft auch Marvin Stefaniak seinem Jugendverein in der Corona-Krise. Auch er ist beim SC Borea im Dresdner Jägerpark ausgebildet worden, bevor er 2011 in den Nachwuchs von Dynamo wechselte.

Inzwischen steht der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler beim VfL Wolfsburg unter Vertrag, ist derzeit an Greuther Fürth in der zweiten Liga ausgeliehen. Er zahlt die Honorare für die 30 Trainer und Übungsleiter bei Borea für den Monat Mai. Pro Person sind das zwischen 50 und 200 Euro.

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Zuvor hatte Leistner das Geld für März überwiesen, Jantschke, der wie Stefaniak aus Hoyerswerda stammt, übernimmt die Kosten für den April.

Im Interview erklärt der gebürtige Dresdner Toni Leistner, der die Intitiative ergriffen hatte, seine Verbundenheit.

Herr Leistner , wie sind Sie auf die Idee gekommen, Borea so zu unterstützen?

Ich kenne Elvir Jugo, den Nachwuchschef bei Borea,seit vielen Jahren, habe ihn angerufen und gefragt, wie es beim Verein aktuell aussieht und ob ich helfen könnte. Elvir hat mit dem Präsidenten gesprochen und mir danach erzählt, dass die Nachwuchstrainer keine Honorare mehr bekommen. Er hat mir die monatliche Summe genannt, ich habe mit meiner Frau darüber gesprochen und einen Tag später das Geld überwiesen.

Wie sehen Sie im Rückblick die Zeit beim SC Borea?

Ich habe den Großteil meiner Jugend dort verbracht, nur ein Jahr danach bei Dynamo in der U 17 gespielt. Ich habe also das ganze Fußball-ABC im Jägerpark erlernt. Es war eine sehr lehrreiche Zeit. Thomas Baron hat mich sehr geprägt, ich bin ihm noch heute sehr dankbar für seine Tipps und Tricks. Und auch André Müller ist ein Trainer, an den ich mich gern zurückerinnere.

Die 37 ist Toni Leistners Stamm-Trikotnummer, der SC Borea sein Jugendverein. Und der Kontakt besteht noch immer. Das macht sich jetzt bezahlt.
Die 37 ist Toni Leistners Stamm-Trikotnummer, der SC Borea sein Jugendverein. Und der Kontakt besteht noch immer. Das macht sich jetzt bezahlt. © privat

In Hoyerswerda führt Tony Jantschke seit einigen Jahren ein Feriencamp durch. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Toni-Leistner-Turnier in Dresden?

Das gibt es tatsächlich schon, im Vorjahr erstmals im Dresdner Jägerpark für U 15-Mannschaften. Das war auch so eine Idee, um etwas Geld für den Verein einzuspielen. Ich denke, auch wenn Borea von Dynamo Dresden und der Stadt unterstützt wird, tut dem Verein jeder Cent gut. Denn dort wird bei vielen Talenten der Grundstein gelegt, auch für den weiteren sportlichen Weg bei Dynamo. Viele Talente wechseln bekanntlich jedes Jahr die Elbseite.

Wird es eine Fortsetzung geben?

Von mir aus gern, aber was kann man in dieser Zeit schon planen? Ich denke, derzeit gibt es viele wichtigere Themen als ein Toni-Leistner-Turnier zu organisieren.

Wie oft sind Sie zu Besuch in Dresden?

In den vergangenen eineinhalb Jahren, die ich in England gespielt habe, leider sehr selten. Ich hoffe, das ändert sich jetzt wieder, da ich in Deutschland spiele. Meine Familie lebt in Dresden, meine Schwiegereltern in Oschatz. Wenn wir also nach Sachsen kommen, muss das gut geplant und durchdacht sein, damit wir alles unter einen Hut bekommen.

Toni Leistner wechselte 2014 von Dynamo Dresden zum damaligen Zweitligisten Union Berlin. Zuletzt spielte er anderthalb Jahre beim Zweitligisten Queens Park Rangers. Im Januar kehrte er London den Rücken, ließ sich von Bundesligist Köln ausleihen.
Toni Leistner wechselte 2014 von Dynamo Dresden zum damaligen Zweitligisten Union Berlin. Zuletzt spielte er anderthalb Jahre beim Zweitligisten Queens Park Rangers. Im Januar kehrte er London den Rücken, ließ sich von Bundesligist Köln ausleihen. © SZ/Meyer

Vor wenigen Wochen haben Sie beim 1. FC Köln Ihr Bundesliga-Debüt gefeiert. Hatten Sie mit 29 Jahren noch daran geglaubt?

Ich hatte immer den Traum, in der Bundesliga oder in der Premier League zu spielen. Und ich bin sehr froh, dass ich mir beide Träume erfüllt habe – und hoffe natürlich, dass noch weitere Spiele dazukommen.

Wie wird derzeit in Köln trainiert?

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In drei Achter-Gruppen. Eine Gruppe beginnt von 9 bis 12 Uhr, dann ist eine Stunde Kabinenreinigung. Von 13 bis 16 Uhr folgt die zweite Gruppe. Die dritte Gruppe muss zu Hause Laufeinheiten durchführen. Wir müssen uns strikt an diese Zeiten halten.

Was meinen Sie, ab wann wird wieder gespielt in der Bundesliga?

Nach meinen Infos geht es Anfang Mai wieder los, wahrscheinlich am 9. Wir spielen aber ohne Zuschauer, da bin ich mir sicher.

Das Interview führte Jürgen Schwarz.

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