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Leistungen müssen auch bezahlt werden

SZ-Redakteur Frank-Uwe Michel schreibt über den Stahlbau und seine Auftraggeber.

© André Schulze

Wer hätte das gedacht: Öffentliche Auftraggeber wie Bund, Land, Kommunen, aber auch die Bahn bremsen die wirtschaftliche Entwicklung aus. Nicht etwa nur in Einzelfällen. Inzwischen scheint es in Mode gekommen zu sein, Unternehmen bei der Abrechnung ihrer Leistungen auflaufen zu lassen. Vor allem dann, wenn sich während eines Auftrages noch zusätzliche Arbeiten ergeben. Wer bestellt, muss auch zahlen, möchte man meinen. 

Doch das ist eben leider nicht immer so – zumindest im Brückenbau, wo es offenbar eigene Auslegungen der gültigen Regelungen gibt. Das Beharren auf Nichtzahlung erbrachter Leistungen hat kleine Firmen schon in den Ruin getrieben – den Nieskyer Stahlbau glücklicherweise nicht. Generell aber scheint die Verfahrensweise bei der Auftragsabwicklung irgendwie verkehrt. Was im Handwerk längst keine Seltenheit mehr ist, sollte auch bei Stahlkäufen im Millionenbereich überlegenswert sein. Schon ein kleiner Klempner oder Trockenbauer lässt sich das Material im Voraus bezahlen, das er auf der Baustelle seines Auftraggebers verwendet – weil er die finanzielle Belastung nicht eingehen will und vielfach auch nicht kann. 

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An diese Belastungsgrenze ist jetzt der Stahlbau gekommen – nicht selbstverschuldet, sondern weil er einfach nicht bekommen hat, was ihm zustehen würde. Oder weil noch immer über die Höhe der Zahlungen gestritten wird, der Baufortschritt zu wünschen übrig lässt, Planungen nicht rechtzeitig auf dem Tisch liegen. Kurzum: Aus Gründen, die der Betrieb nicht beeinflussen kann. Umso erfreulicher ist es, dass die Beschäftigten loyal zu ihrem Arbeitgeber halten und ihren Lohn – vorübergehend – auch in Etappen nehmen.

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