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Leistungsdruck kann keine Ausrede sein

Elf sächsische Abiturienten müssen das 12. Schuljahr wiederholen, weil sie bei der schriftlichen Prüfung nachweislich betrogen haben. SZ sprach darüber mit dem Vorsitzenden des Landeselternrates, Eckhard...

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Elf sächsische Abiturienten müssen das 12. Schuljahr wiederholen, weil sie bei der schriftlichen Prüfung nachweislich betrogen haben. SZ sprach darüber mit dem Vorsitzenden des Landeselternrates, Eckhard Mansfeld.
Ist die Strafe gerecht? Wenn der Betrug eindeutig nachgewiesen wurde, dann muss das hart bestraft werden. In Zweifelsfällen sollte den Schülern die Chance für eine Wiederholungsprüfung eingeräumt werden.
Viele Schüler verteidigen Schummeleien mit dem Argument, der Leistungsdruck sei zu hoch. Lassen Sie das gelten? Ich halte es für legitim, wenn die Schüler auf die wachsenden Anforderungen verweisen. Aber für Betrug kann der Leistungsdruck keine Ausrede sein.
Hat der Landeselternrat die Prüfungsaufgaben mal selbst geprüft? Bisher noch nicht, aber vielleicht werden wir das in Zukunft mal machen - natürlich mit Unterstützung von Experten.
Steht das sächsische Zentral-Abitur jetzt in Frage? Das Zentral-Abitur sollte erhalten bleiben. Allerdings plädieren wir schon seit ein paar Jahren für mehr Freiräume. Neben den Pflichtaufgaben, die auf Grundkompetenzen abzielen, sollten die Schulen auch einen Kürrahmen eingeräumt bekommen. Die Diskussion mit dem Kultusministerium ist noch im Gange.
Gestern protestierten die Schüler landesweit gegen Stundenausfall - ausgerechnet während des Unterrichts. Ein Eigentor? Nein. Die Aktion war wichtig, weil sie Demokratieverständnis vermittelte. Schülervertreter traten in Aktion, Schüler setzten sich aktiv mit den Problemen auseinander. So gesehen war es auch Unterricht, nämlich im Fach Demokratie.
Gespräch: Steffen Klameth