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Lernprojekt hat großen Zulauf

An der Oberschule am Holländer bekommen auch diejenigen eine Chance, die sonst keinen Abschluss erreichen würden.

Von Helene Krause

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Natalie Reinwart aus Döbeln besucht an der Oberschule Am Holländer die Klasse für Produktives Lernen. „Es ist schön, dass Schüler eher in den Beruf gebracht werden, der sie interessiert.“ Das hat sie am Wochenende beim Tag der offenen Tür denjenigen erzählt, sie sich für diese spezielle Form des Lernens interessieren.

Weil es in Sachsen so viele Schulabbrecher gab, wurde dieses Unterrichtsprojekt 2009 eingeführt. Es wendet sich an Schüler, die ihren Schulabschluss auf her-kömmliche Weise nicht schaffen würden. Sie suchen sich einen Praktikumsplatz in einem Betrieb. Das Schuljahr wird gedrittelt. An zwei Tagen in der Woche haben die Schüler Unterricht und an drei Tagen gehen sie in eine selbst gewählte Firma zum Praktikum. In der Schule werden die Fragen geklärt, die das Praktikum aufwirft. Unerrichtet wird Deutsch, Englisch und Mathematik und in der Fachkommunikation werden die Lernbereiche der anderen Fächer, wie Erdkunde, Physik, Chemie und Kunst abgedeckt.

In jedem Drittel wird der Praktikumsplatz gewechselt, sodass sich die Schüler in verschiedenen Berufen ausprobieren kön-nen. Nach einer sechswöchigen Orientierungsphase gleich am Anfang des Produktiven Lernens, können die Schüler entscheiden, ob sie so lernen wollen oder ob sie lieber den normalen Unterricht weiter verfolgen. „Für die Schüler, die am Produktiven Lernen teilnehmen, gibt es auch keine Zensuren“, sagt Lehrerin Elisabeth Lange. Sie betreut das Projekt mit weiteren Lehrern. „Sie erhalten Punkte“, erklärt sie weiter. „Am Ende des Schuljahres werden die Punkte zusammengerechnet und in Schulnoten umgewandelt.“ Dadurch erhalten auch die Schüler einen Abschluss, die ihn auf normalem Wege nicht schaffen.

Die Nachfrage nach dem Produktiven Lernkurs ist hoch. Das ist auch der Tatsache geschuldet, dass nur 20 Schüler im Schuljahr aufgenommen werden können. Außerdem ist die Oberschule Am Holländer weit und breit die einzige Schule, die dieses Lernmodell anbietet. Im vergangenen Jahr gab es im Produktiven Lernen nur einen Schulabbrecher.

Buntes Programm den ganzen Tag

Natürlich geht es beim Tag der offenen Tür nicht einzig und allein um dieses spezielle Projekt. Schüler und Eltern können sich außerdem umfassend über die Schule, das Ganztagsangebot und die Neigungskurse informieren. Im Foyer zeigen die Tänzer zu Trommelklängen ihr Können.