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Leschen tanzt aus der Reihe

Die Gemeinde Mochau hat immer weniger Bürger. Gegen den Rückgang der Bevölkerung kann sie nichts tun. Wie geht es weiter?

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Von Sylvia Mende

Bürgermeister Gunter Weber (CDU) runzelt die Stirn, wenn es um die Anzahl seiner Bürger geht. Die Entwicklung der Einwohnerzahlen macht ihm Sorgen. Von 2005 bis Oktober 2012 sind es 282 Einwohner weniger geworden. Das sind mehr als zehn Prozent.

Doch es gibt auch Ortsteile die nicht im Trend liegen. Das ist zum Beispiel Leschen. Der Ort hatte im Jahr 2005 nur 78 Einwohner. Jetzt leben dort 86 Leute. Das ist eine Steigerung von mehr als zehn Prozent. Weber begründet das mit den sanierten Wohnungen der Agrarland Lüttewitz und mit Familienzusammenführungen. Nur wenig abgenommen hat die Einwohnerzahl von Choren, Dreißig, Kleinmockritz, und Simselwitz. In diesen Orten sind es meist nur zwei Einwohner weniger als vor sieben Jahren. Besonders viel Leute weniger geworden sind es in diesem Zeitraum in Lüttewitz (29) und Petersberg (26). Während die Tendenz in Petersberg mit fünf Einwohnern weniger in diesem Jahr anhält, gibt es in Lüttewitz fünf Einwohner mehr.

Grundlage für die Berechnung ist die Anzahl der im Einwohnermeldeamt eingetragenen Hauptwohnsitze. „Die Zahlen können durchaus zu anderen Statistiken etwas abweichen, weil diese eine andere Bezugsgrundlage haben“, erklärte der Bürgermeister.

Die meisten Einwohner nach der Wende hatte die Gemeinde Mochau im Jahr 1998. Damals wohnten 2 935 Leute in der Kommune. Jetzt sind es noch 2 381. Mit der geringeren Zahl von Einwohnern bleiben auch immer mehr Wohnungen leer. „Auf den Bauernhöfen haben früher viele Leute gewohnt. Jetzt ist das nicht mehr so“, sagte der Bürgermeister.

Bereits die Studie über die Bevölkerungsentwicklung und Grundversorgung im Klosterbezirk Altzelle, zu dem die Gemeinde gehört, zeigte diesen Trend. So wurde festgestellt, dass mit dem Rückgang der Einwohner auch die Bevölkerungsdichte abnimmt. Für die Gemeinde Mochau wird angenommen, dass im Jahr 2020 etwa 50 bis 99 Einwohner auf einen Quadratkilometer kommen.

In Mochau liegt das Durchschnittsalter zurzeit bei 44 Jahren. Laut Analyse soll es bis 2020 um etwa drei Jahre steigen. Damit hat Mochau mit 47 Jahren einen guten Durchschnitt. Es würde laut Modellrechnung zu den jüngsten Gemeinden im Klosterbezirk Altzella gehören. In der Mehrheit der Kommunen liegt der Altersdurchschnitt bereits jetzt schon bei 50 Jahren.

„Vom Bevölkerungsschwund ist nicht nur unsere Gemeinde betroffen“, so der Bürgermeister. Zuwachs hätten meist nur die Großstädte wie Leipzig und Dresden. „Die jungen Leute wollen in den großen Städten leben. Dort finden sie meist Arbeit und die Städte haben für sie etwas zu bieten“, sagte Weber. Er sieht für die Gemeinde Mochau kaum eine Chance, die Zahl der Einwohner wieder merklich zu erhöhen, obwohl die Gemeinde günstig liegt und auch Arbeitsplätze zu bieten hat. Schnell ist die Autobahn in Richtung Dresden oder Leipzig zu erreichen. Im Gewerbegebiet sind einige große Firmen ansässig und es soll künftig um mindestens eine erweitert werden. Bauwillige unterstützt die Gemeinde ebenfalls indem sie die Anträgen schnell zustimmt.

„Die Sterberate in unserem Gebiet ist höher als die der Geburten. Wir haben also keine Aussicht die Altersstruktur in unserem Gemeindegebiet zu verändern“, so Weber. Wie sich der Rückgang der Bevölkerungszahl auf die Gemeinde auswirkt, dazu machte Gunter Weber keine Angaben. Es ist vorgesehen, dass das Land Sachsen künftig eine Einwohnerzahl von 5 000 für eine eigenständige Kommune fordert. Ein Zusammenschluss der ländlichen Gemeinden Ostrau/Zschaitz-Ottewig/Mochau scheiterte an der Absage der Zschaitzer.