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Leser ärgern sich über Reisigreste

Nach Fällarbeiten sind im Schlottwitz bei Glashütte Reste liegengeblieben. Anwohnern gefällt das nicht und sie fürchten noch Schlimmeres.

Jürgen Morgenstern ist unzufrieden damit, wie es am Müglitzhang in Schlottwitz nach den Waldarbeiten dort aussieht.
Jürgen Morgenstern ist unzufrieden damit, wie es am Müglitzhang in Schlottwitz nach den Waldarbeiten dort aussieht. © Karl-Ludwig Oberthuer

Im Glashütter Ortsteil Schlottwitz sind am Müglitzhang Bäume abgeholzt worden. Die Stämme wurden abgefahren, aber das Reisig liegt dort noch in Haufen. Daran stört sich Jürgen Morgenstern, der in der Nähe wohnt. „Das abgeholzte Waldstück hinter dem Wanderparkplatz Sportplatz mit dem Eingangstor zum Wander- und Naturschutzgebiet Müglitzhang in Schlottwitz ist wahrlich kein Aushängeschild“, sagt er.

„Viele Schlottwitzer Bürger und auch ich können uns nicht mit dem Gedanken anfreunden, hier ein Biotop für Insekten und Kleingetier anlegen zu wollen. Ist dies am Müglitzhang durch umgefallenen Bäume nicht schon vorhanden?“ fragt er. 

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Der Schlottwitzer hat auch noch eine andere Befürchtung. Das Ganze könnte noch schlimmer werden. Die Ecke, die jetzt so unordentlich aussieht, könnte auch noch andere anlocken, die dann dort Baumschnitt, Grünabfälle und Restmüll ablagern. „Meine Meinung ist, wenn schon der Wald abgeholzt wird, dann müssen doch aus der Vermarktung des Holzes eine Wiederaufforstung oder mindestens die Kosten für die Restebeseitigung herausspringen. Alles so liegen lassen und warten bis die Krabbeltiere davon Besitz nehmen und ein unordentliches aussehendes Biotop entsteht, ist die billigste Lösung“, fasst er seinen Unmut zusammen.

Waldbewirtschaftung hat sich geändert

Die Sächsische Zeitung fragte Kristina Funke, die Pressesprecherin des Forstbezirks Bärenfels, was in diesem Fall geplant ist. Sie informierte, dass sich die Formen der Waldbewirtschaftung in der vergangenen Generation geändert hat. „Zu DDR-Zeiten wurde der Wald regelrecht aufgeräumt. Das ist heute nicht mehr der Fall“, sagt sie. Totholz, das nicht benötigt wird, bleibt in der Regel liegen. Das hat aus forstwirtschaftlicher Sicht mehrere Vorteile. Es verrottet und dabei entstehen wieder Nährstoffe für die Bäume. In dieser Zeit bietet es Lebensraum für viele Tiere beispielsweise den Zaunkönig.

Derzeit herrscht im Forst auch eine Sondersituation wegen der Probleme mit dem Borkenkäfer. Für Brennholz gibt es ein Überangebot. Deswegen bleibt auch mehr Holz liegen als in früheren Jahren. Und die Waldarbeiter sind komplett ausgelastet, das Käferholz aus dem Wald zu räumen. Reisig muss in dieser Situation liegenbleiben. Das ist nicht schön, aber ökologisch unbedenklich.

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