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Leserbrief

Zur Abbestellung der Regionalbahnlinie 110 zwischen Meißen und Nossen (DA vom 29. November) erhielten wir eine Zuschrift von Thomas Stranz. Er ist jetzt in Brandenburg zuhause, hat aber in Roßwein noch Familie und war eine Zeit lang selbst bei der Eisenbahn und beim Nahverkehrsraum Leipzig tätig.

Zur Abbestellung der Regionalbahnlinie 110 zwischen Meißen und Nossen (DA vom 29. November) erhielten wir eine Zuschrift von Thomas Stranz. Er ist jetzt in Brandenburg zuhause, hat aber in Roßwein noch Familie und war eine Zeit lang selbst bei der Eisenbahn und beim Nahverkehrsraum Leipzig tätig.

Hier werden Fehler

mit Energie wiederholt

Mit Bestürzung habe ich den Entschluss zur Abbestellung der Linie 110 aufgenommen. Damit demontiert das Land Sachsen weiter das Eisenbahnnetz in der Fläche und schiebt wie schon seit Jahren das Alibi Busangebot vor. Doch das ist aus eigener Erfahrung nur wenige Jahre finanziell abgesichert. Leidtragend sind diejenigen, die auf den ÖPNV angewiesen sind.

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Es ist schade, dass man hier mit voller Energie dieselben Fehler der 80er und 90er wiederholt und die Alternativen kaum kreativ betrachtet werden. Viele Jahre haben wir die Bahnverbindung von Leipzig über Döbeln-Nossen zu Ausflügen genutzt. Das Angebot war bestens, die Fahrzeiten ausreichend. Im Abschnitt des MDV konnten sogar kostenfrei Fahrräder mitgenommen werden. Ab Mitte der 2000er Jahren wurde das Angebot konsequent zurückgefahren.Aber warum geht man nicht an das Grundübel: fünf zerklüftete Zweckverbände in Sachsen. Nirgendwo in Deutschland gibt es derartige kleine Aufgabenträgerstrukturen. Und: Jeder Zweckverband agiert nur bis zum eigenen Tellerrand. Warum schafft das Land Sachsen nicht eine Bestellhoheit für alle und damit ein landesweites Konzept? Sachsen-Anhalt, Thüringen und andere Bundesländer machen das vor.

Was bedeutet jetzt die Abbestellung der Leistungen Nossen-Meißen? Auch zwischen Döbeln und Nossen wird der VMS seine Leistungen abbestellen. Die Kleinstadt Nossen – einst Eisenbahnknoten – ist nicht mehr ans Bahnnetz angeschlossen.

Roßwein wird es ebenso treffen. Aber wer denkt denn noch daran, dass Döbeln-Großbothen sicher ist? Bahnstrecken sterben auf Raten und somit ist auch dieser Abschnitt gefährdet. Man kann nur hoffen, dass die Menschen in den Regionen nicht resignieren. Die sächsischen Landtagswahlen sind eine Möglichkeit, diesen Budenzauber zu beenden. Noch sind Korrekturen im sächsischen ÖPNV-Angebot möglich.

Thomas Stranz, per Mail