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leserbriefe

Zu „Heiraten im Ratskeller, Parken in der Krone?,“ 14.4., S. 13, schreibt B. Härtel aus Bautzen: Bautzen braucht mehr als Kneipen Ich muss mich nur wundern, wie wenig für die Kultur in Bautzen getan wird.

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Zu „Heiraten im Ratskeller, Parken in der Krone?,“ 14.4., S. 13, schreibt B. Härtel aus Bautzen:

Bautzen braucht mehr als Kneipen

Ich muss mich nur wundern, wie wenig für die Kultur in Bautzen getan wird. Also mir ist es nicht egal, was aus der „Krone“ wird. Mir tut es weh, wenn ich zum Beispiel lese, dass die „Krone“ ein Autoparkplatz werden soll. Warum kann denn Bautzen nicht auch einen Festsaal haben wie viele andere Städte, zum Beispiel Bischofswerda, das viel kleiner ist als Bautzen. Die haben sogar einen Zoo. Ich bin als junges Mädchen jede Woche in die „Krone“ tanzen gegangen. Das war noch Tanzen (mit Kapelle). Was ist denn hier in Bautzen noch los? In dieser Stadt gibt es doch nur noch Kneipen, sonst nichts.

Zum selben Thema schreibt Ralf-Peter Slawinski aus Bautzen:

Die Krone muss erhalten bleiben

Kürzlich waren wir in der „Lausitzhalle“ in Hoyerswerda zu einem außergewöhnlichen Ereignis. Zwei Weltstars, Igor Oistrach, Violine, und seine Frau Natalia Zertsalova, Klavier, gaben ein Konzert. Die „Lausitzhalle“ war seit Wochen ausverkauft. Wir erlebten einen unvergesslichen Konzertabend. So weit, so gut. Doch nun kommt meine Frage: Warum muss ich zum Besuch solch einer Veranstaltung erst in andere Orte fahren? Ist es denn in Bautzen nicht möglich, bekannte Künstler auf die Bühne zu holen? Damit meine ich nicht nur die „ernste“ Musik, sondern auch die heitere Muse, Schlagerstars oder die Volksmusik. Früher wurde als Argument immer das Fehlen eines geeigneten Saales genannt. Doch nun haben wir die „Krone“. Diese ist zwar im Moment noch durch das Theater belegt. Wenn aber der Umbau des Theaters vollendet ist, wäre die „Krone“ doch der ideale Veranstaltungsort. Warum kursieren schon die Gedanken, dort zum Beispiel ein Parkhaus einzurichten? Hoyerswerda, Neustadt, Bischofswerda, auch Cunewalde beweisen, dass Sonderveranstaltungen durch das Publikum angenommen werden. Die Verantwortlichen sollten bei ihrer Entscheidung über das weitere Schicksal der „Krone“ auch diesen Aspekt prüfen.

Eine ganze Woche zum Thema Glocken

Vor kurzem erlebten die Schüler der dritten und vierten Klasse der Sorbischen Grundschule Radibor eine ganz besondere Woche. Im fachübergreifenden Unterricht beschäftigen wir uns an vier Stationen mit dem Thema Glocken. Grund war die Herstellung von sechs neuen Glocken für die Radiborer Pfarrkirche. Zuerst bastelte jeder aus einem Tontopf eine Glocke. In einem Video konnten wir miterleben, wie die Glocken gegossen wurden. Am nächsten Tag suchten alle aus dem Internet Informationen heraus. Später fertigte jeder ein Buch über die Glocken von Radibor an. Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch der Gaststätte „Glöckchen“ in Jiretin in Tschechien. Dort konnten wir über 1 000 verschiedene Glocken bewundern. Mit der Besteigung des Radiborer Kirchturmes endete unser Projekt. Für uns war es eine tolle und erlebnisreiche Woche. Judith Niedenführ, Radibor

Lange Lesenacht

hat alle begeistert

Für eine Nacht wurde das Klassenzimmer der Klasse 6a in der 3. Mittelschule in Bautzen jetzt zur Leseoase. Die Schüler haben Bücher mitgebracht, die das vielseitige Interesse der Klasse deutlich machen. Die ganze Palette war vertreten – von Astrid Lindgren bis zum amerikanischen Autor Edgar Allen Poe. Gegen 21 Uhr gab es eine kreative Pause – Zeit um ein Lesezeichen zu basteln. Danach ging man gerne zurück zu seinem Buch und es wurde weiter vorgelesen. Die Schüler hörten einander aufmerksam zu. Es war wunderschön zu beobachten, dass sie ihren Lektüren recht mitgerissen waren. Die letzten haben noch nach Mitternacht mit einer Taschenlampe in einem Buch über Eisenbahngeschichte geschmökert.

Trotz fester Fußböden und einer langen Lesenacht waren Schüler und Lehrerinnen am nächsten Morgen glücklich und zufrieden. Alle haben den Lesespaß selber (noch einmal) entdeckt und freuen sich auf ein ähnliches Projekt im nächsten Schuljahr.

Debra Fehse, Bautzen