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Leserbriefe

Zur Neueröffnung der Stadtbibliothek: Das einstige Zuhause wieder erkannt Anlässlich des „Tages der offenen Tür“ zur Neueröffnung der Stadtbibliothek hatten wir ein Familientreffen ganz besonderer Art....

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Zur Neueröffnung der Stadtbibliothek:

Das einstige Zuhause wieder erkannt

Anlässlich des „Tages der offenen Tür“ zur Neueröffnung der Stadtbibliothek hatten wir ein Familientreffen ganz besonderer Art. Fast auf den Tag genau vor 50 Jahren zog unsere Familie von Dresden nach Görlitz. Denn mein Vater, Hartmut Zenker (gestorben 1991), übernahm die Leitung der Stadtbibliothek. Von nun an begann für uns ein ganz besonderes Leben: Unsere Wohnung befand sich in dieser Bibliothek selbst! In den Mittelpunkt rückte ein Leben mit vielen Büchern.

Meine Eltern arbeiteten beide in diesem Haus und liebten ihren Beruf über alle Maßen. Natürlich erzogen sie uns drei Kinder zur Liebe zur Literatur.

Mein Vater hatte nicht nur große Verdienste im Ausbau der Bibliothek, sondern trug dazu bei, dass ein lebendiges kulturellen Leben stattfand. Bekannte Schriftsteller wie Günter de Bruyn, Jirij Brezan oder Kurt David lasen. Es gab Klavierkonzerte, Fernsehabende, Treffen des Zirkels „Schreibender Arbeiter“.

Als wir jetzt die Bibliothek besuchten, erfasste uns ein ganz eigenartiges Gefühl – eine Mischung von Wehmut und Stolz – „Zeitzeugen“ zu sein. Wo jetzt tolle Büroräume untergebracht sind, erkannten wir unser Zuhause wieder.

Christine Wessels,

02829 Markersdorf