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Leserbriefe

Tilo Moritz aus Kamenz schrieb zum Artikel „Viel deutscher Pop und Rock auf dem Berg“ und dem dazu gehörigem Kommentar (SZ 20.1.09) folgendes: Vielleicht lässt sich über Geschmack ja doch streiten Nach...

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Tilo Moritz aus Kamenz schrieb zum Artikel „Viel deutscher Pop und Rock auf dem Berg“ und dem dazu gehörigem Kommentar (SZ 20.1.09) folgendes:

Vielleicht lässt sich über Geschmack ja doch streiten

Nach der Überschrift „Viel deutscher Pop und Rock auf dem Berg“ zu urteilen erwartet uns da ja allein an Quantität so einiges im Jahr 2009, dachte ich als geneigter Leser. Beim näheren Hinschauen auf die geplanten Konzerte fiel mir dann aber auf, das das Prädikat „viel“ in Bezug auf Deutscher Pop und Rock nicht ganz zutreffend sein kann. Drei Konzerte der oben genannten Gattung sind in meinen Augen nicht viel, der Eindruck der Fülle entsteht hier wohl eher durch Weglassung anderer deutschsprachiger Darbietungsformen, gemeinhin als Volksmusik bekannt.

Auch in Sachen Traditionspflege bin ich gespaltener Meinung. Nun hat Kamenz ja mit Lessing einen Klassiker an sich, dessen jährliche Wiederholung gerechtfertigt und gerade heute immer wieder wünschenswert ist. Inwieweit die Puhdys, Matze Reim und Status Quo ebenfalls klassische Kamenzer Würstchen sind - nun ja, die Zuschauerzahlen scheinen dem Recht zu geben. Gleiches gilt wohl auch für Zitat SZ „alternde Weltstars“ wie Howie (dessen Bühnencomeback mit „Hello Again“ in meinen Augen nicht einer gewissen Komik entbehrte) oder auch die im Altersschnitt gehobene Besetzung der MDR-Oldie-Nacht. Ob man, und hier sind wohl die angesprochenen Konzertagenturen gemeint, dies natürlich in schöner Regelmäßigkeit wiederholen muss? Nun gut, wenn es das Säckel füllt und die Besucherscharen im Ü30 Bereich erfreut. Aber kann denn das schon alles sein ?

Nun befinde ich mich auch nicht mehr im Teenageralter oder den 20er Lebensjahren sondern auch deutlich Ü30 mit gefährlicher Nähe zu Ü40, aber das Musikprogramm trifft meinen Musikgeschmack ganz und gar nicht. Gleiches gilt für einige mir bekannten Altersgenossen in Kamenz. Und dann gibt es ja auch noch die Generation U30, welche sicher auch bei Matze und Maschine teilweise am Start ist. Dies stellt aber (noch) und vielleicht glücklicherweise nicht den Regelfall dar.

Wäre es hier nicht möglich, so frage ich mich als in der speziellen Materie ein wenig Bewanderter, hier eine etwas größere musikalische Breite auf der wunderschönen Bühne mit ihren hervorragenden räumlichen und technischen Voraussetzungen zu präsentieren ? Auch die verkehrstechnische Anbindung von Kamenz steht dem sicher nicht im Wege, auch wenn Kamenz freilich nicht Dresden ist und somit die Toten Hosen und Ärzte sowie Gröni, Phil und Co wohl auf ewig am Elbufer spielen werden. Trotzdem - kann der Kulturbetrieb hier vielleicht für 2010 mehr Vielfalt an den Start bringen oder ist dies aufgrund der Bindung an die Angebote der Agenturen nicht möglich auch oder gerade weil Eigenproduktionen zu riskant oder personell nicht zu stemmen sind ?

Nun, Herr Hohlfeld vom Kulturbetrieb wurde ja mit den Worten zitiert: „Sollten noch lukrative Konzertangebote kommen, so werden wir nicht nein sagen“. Nun, dann besteht ja vielleicht noch Hoffnung auf Ausweitung des kulturellen Spektrums. Vielleicht kann der Kulturbetrieb sich jedoch jenseits vom Warten auf lukrative Angebote auch ein wenig mehr auf die Suche machen. Mich und sicher auch noch andere Kamenzer würde es freuen.

Jürgen Philipp aus Pulsnitz schreibt zur Amtsverweser- Wahl im Pulsnitzer Stadtrat: Welche Verantwortung haben die Stadträte?

Es ist eigentlich nicht verwunderlich was sich in der Stadtverordnetensitzung im Pulsnitzer Rathaus nach der gescheiterten Wahlverschiebung 2008 ereignete. Zuerst kungelt die Linke mit der FDP um einen Machtwechsel im Stadtrat bzw. der Bürgermeisternachfolge gegen die CDU, danach wird klamm heimlich die Amtsverweser- Wahl genutzt, um die Machterhaltung in der Verwaltung von seiten der CDU zu sichern. Dabei spielen Interessen der Bürger keine Rolle. Hier ist die Frage erlaubt: „ Welche Verantwortung haben die gewählten Stadträte eigentlich?“

Nun stehen ja in diesem Jahr noch die Kommunalwahlen an, hier kann man nur hoffen, das sich viele Bürger über Wählervereinigungen zum Beispiel Freie Wähler finden, um diesen Clan im Stadtrat sowie in der Verwaltung in die Grenzen zu verweisen. Die ehemalige Vorreiterrolle, die Pulsnitz in der Vergangenheit einmal eingenommen hatte, wurde durch Unvermögen und persönlicher Eitelkeiten verspielt. Aber scheinbar gibt es keine Macher mehr, jeder ist nur auf die Absicherung seines Stuhles in der Verwaltung ausgerichtet und bei den Stadträten steht die Parteizugehörigkeit bei der Lösung von Problemen für die Bürger im Vordergrund. Aber leider kocht jede Fraktion im Stadtrat sein eigenes Süppchen, nur bei persönlichen Eitelkeiten kommen manchmal unverständliche Ergebnisse zustande, was man in der letzten Zeit erleben konnte.

Zu der Buchlesung mit Birgit Richter in der Kamenzer Grundschule „Am Gickelsberg“ schreibt Clara Ladig, Klasse 3b:

Lesung gibt Einblick in

unbekannte Krankheit

Bisher kannte ich als Krankheiten bei Kindern nur Fieber, Husten und Schnupfen und Bauchweh. Diabetes oder Zuckerkrankheit hatte ich schon gehört. Seit kurzem weiß ich, was sich dahinter verbirgt. In der Grundschule „Am Gickelsberg“ fand an diesem Tag eine Buchlesung mit einer echten Buchautorin Birgit Richter statt. Das Kinderbuch „Ein Schlüssel für Tim - Mama was ist zuckerkrank ?“ wurde uns Grundschülern der Klasse 3b vorgestellt. Tim, die Hauptfigur, ist oft müde, hat keinen Appetit, trinkt ganz, ganz viel und hat sogar an Gewicht abgenommen. Helfen können ihm der Kinderarzt, das Krankenhaus und der „Schlüssel Insulin“. Diese Behandlung brauchen zuckerkranke Kinder und auch Erwachsene immer.

Noch nie haben wir so viel über eine besondere Krankheit gelernt. Wir alle haben aufmerksam zugehört. Gefallen hat mir, dass Tim sich für seine Krankheit interessiert und viele Fragen stellt. Lest selbst! Wir danken der Kamenzer Autorin Frau Birgit Richter und unserer Klassenlehrerin Frau Kathrin Bartholomäus.

Zu der Gruselnacht der Straßgräbchener Kita „Meisennest“ schreibt Erzieherin Dagmar Lehmann:

Kinder aus Straßgräbchen

spuken im Schloss

Die Mädchen und Jungen aus dem Hort der Kindertagesstätte „Meisennest“ in Straßgräbchen, die sich seit 1. Januar 2009 in Trägerschaft des Christlich-Sozialen Bildungswerk Sachsen (CSB) befindet, machten sich kürzlich auf ins Schloss Hoyerswerda. Dort verwandelte sich jeder in ein Gespenst. Mit einer Geschichte stellten sie sich dem „Oberschlossgeist“ vor und erzählten, warum sie heute herumgeistern. Jeder Geist musste drei Prüfungen ablegen. Das erfolgreiche Bestehen dokumentierte der Stempel im Gruselpass.

Zum Abendessen gab es grüne und blaue lange Zotteln mit roter Soße. Gemeint sind natürlich Spaghetti mit Tomatensoße. Als letzte Mutprobe ging es ohne Taschenlampe durch den dunklen, langen Keller. Nach all den Mühen wurden die Kinder mit einem Tapferkeitsorden geehrt. Müde krochen die Mädchen und Jungen in ihre Schlafsäcke und hörten noch eine Gruselgeschichte Ein wenig verschlafen packten die kleinen Geister am nächsten Morgen nach dem gemütlichen Frühstück ihre Sachen zusammen und fuhren nach Hause. Für die Kinder und Erzieherinnen war es ein schönes Erlebnis, denn wann kann man schon einmal nachts in einem echten Schloss herumgeistern.