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Leserbriefe

Zur Diskussion um die neue Müllgebührensatzung erreichte uns diese Zuschrift: Grundsätzlich ist eine Offenlegung der Kosten nötig. Es wird darin fixe und variable Anteile geben. So könnten sich die Entgelte an den Ravon als fixe Kosten gleichmäßig auf alle umlegen lassen.

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Zur Diskussion um die neue Müllgebührensatzung erreichte uns diese Zuschrift:

Der Anreiz zum Sparen bleibt auf der Strecke

Grundsätzlich ist eine Offenlegung der Kosten nötig. Es wird darin fixe und variable Anteile geben. So könnten sich die Entgelte an den Ravon als fixe Kosten gleichmäßig auf alle umlegen lassen. Aber Aufwand für Transport zum Beispiel muss sich in der Müllmenge pro Haushalt widerspiegeln. Es kann nicht pauschal eine Gebühr für eine leere 80-Liter- Bio-Tonne mit 60 Euro festgelegt werden und für eine Leerung dann 4,12 Euro erhoben werden. Da kann von Anreiz zum Sparen keine Rede sein. Wo bleibt da die Marktwirtschaft? Ich habe im Jahr 2011 vier Leerungen der Bio-Tonne berechnet bekommen. Da ich einen Komposter im Garten habe und viele Gartenabfälle zur Annahmestelle An der Weißen Mauer gebracht habe, ist nicht mehr für die Tonne angefallen. Die Gesamtrechnung mit Restmüll belief sich auf 68,42 Euro.

Nach der geplanten Gebührensatzung käme mindestens schon eine Summe von etwa 120 Euro zusammen, worin die Restmüllentsorgung noch gar nicht enthalten ist. Und ich hätte kaum einen Anreiz, Bio-Abfälle zu kompostieren. Das entspricht einer Steigerung um über 100 Prozent. Und wo bleiben die Einnahmen aus der Blauen Tonne, die uns als Gewinn bei den Abfallgebühren gegengerechnet werden sollten? Man kann nur hoffen, dass der Landrat und die Kreisräte sich mehr Gedanken um eine gerechte Abrechnung machen und dass auch die Stadt Görlitz ihre Meinung kund tut und gegebenenfalls Einspruch gegen einen Beschluss zur Einführung dieser Gebührensatzung erhebt..

Gerd Olschinski, 02828 Görlitz.

Zum Artikel „Weil Nächstenliebe selbstverständlich ist“, SZ vom 2. Januar 2013:

Gerda Neumann ist eine außergewöhnliche Frau

Weit über ein Jahrzehnt durfte ich mit dieser außergewöhnlichen Frau bei den wöchentlichen Visiten im Marthaheim zusammenarbeiten, menschlich und fachlich viel von ihr lernend, so die große Bedeutung aktivierender Pflege. Unter den nicht einfachen äußeren Bedingungen spürte man beim Betreten dieses Hauses sofort, dass hier Leiterin und Mitarbeiter im Sinne des Gleichnisses vom barmherzigen Samariter wirkten. Dazu brauchte es keines Beschwörens und Berufens auf christliche Werte, keiner Diskriminierung von Nichtkirchensteuerzahlern unter den Angestellten, zum Beispiel durch Verweigerung einer Festanstellung wie heute in etlichen Einrichtungen der Diakonie praktiziert, um somit den christlichen, ich meine eher den unchristlichen Charakter, zu betonen. Nein, dieses und anderes mehr hatte Gerda Neumann nicht nötig. Nebenamtlich auch in anderen Heimen konfessioneller Trägerschaft tätig, erlebte ich nicht allzu selten, dass Aufnahme erbittende pflegebedürftige Personen „handverlesen“ wurden. Im Marthaheim erlebte ich diese Auswahl nicht. Hauptkriterium zur raschen Aufnahme, gegebenenfalls als Noteinweisung, war stets die Schwere der Pflegebedürftigkeit. Dieses voraussetzungslose Angenommensein von in Not befindlichen Menschen, die praktizierte Nächstenliebe ohne Ansehen der Person, hat mich beeindruckt, ja geprägt. Auch die „Gegenseite“, die ja in Wirklichkeit keine war, vertreten durch die Leiterin der Heimaufnahmekommission beim Rat der Stadt, Frau Otto, hob die Hilfsbereitschaft von Frau Neumann bei anstehenden Notfällen stets anerkennend hervor. Für alles dieses danke ich Gerda Neumann auch ganz persönlich von Herzen und wünsche ihr weiterhin eine stabile Gesundheit, Freude und Schaffenskraft im unruhigen Ruhestand und nicht zuletzt Gottes Segen für ihr fortdauerndes Wirken.

Rudolf Grzegorek, 02826 Görlitz