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Leserbriefe

Zu dem Artikel „Was weht über der Oberlausitz“ in der SZ am 1. Oktober, Seite 15, schreibt Thomas Walde aus Eckartsberg folgende Zeilen: Die Farben der Oberlausitz sind Blau und Gelb. Blauer Himmel über gelber Mauer oder gelben Zinnen.

Zu dem Artikel „Was weht über der Oberlausitz“ in der SZ am 1. Oktober, Seite 15, schreibt Thomas Walde aus Eckartsberg folgende Zeilen:

Schaut am Fürstenzug oder

im Veitsdom nach

Die Farben der Oberlausitz sind Blau und Gelb. Blauer Himmel über gelber Mauer oder gelben Zinnen. Wenn da ein paar Dresdener Beamte Zweifel am Wappen haben, sollten sie doch mal zum Fürstenzug gehen und nachschauen. Wenn der nicht alt genug ist, dann nach Prag fahren und im ehrwürdigen Veitsdom nachschauen. Ganz vorn rechts in der Reihe der böhmischen Landeswappen. Als diese gemalt wurden, war die Oberlausitz noch böhmisch und keine Dresdener Beamten hatten ihr reinzureden. Was ist wohl älter? Das Oberlausitzer Wappen oder die Heraldik? Auf jeden Fall der Oberlausitzer Granit, aus welchem die Mauern und die Oberlausitzer Granitschädel gemacht sind.

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Hans Klecker aus Zittau/Obercunnersdorf schreibt zu demselben Artikel:

Nicht bevormunden lassen von der Sächsischen Staatsregierung

Ich weiß nicht, warum die SZ einen solchen Beitrag veröffentlicht. Man soll auch nicht in alten Wunden herumstochern. Mit der Zeit hätte sich das Problem blau-gold oder gold-blau geklärt. Die Oberlausitzer tragen die Farbfolge blau-gelb im Herzen, wie sie schon zu DDR-Zeiten an den Folkloretagen als stillen Protest gegen Partei und Regierung gehisst worden ist. Die Firma Sachsen Fahnen GmbH hat dem Kuratorium Einige Oberlausitz zugesichert, in Zukunft blau-goldene Fahnen auszuliefern, wenn jemand ohne Angabe der Farbreihenfolge eine Oberlausitzflagge bestellt. Die Farben der Oberlausitz bzw. der Stadt/des Landes Budissin (Bautzen) werden in alten Quellen zweimal genannt und immer die Farbe blau zuerst. Allerdings hatte sich die Oberlausitz als Markgraftum mit ihren ausländischen Landesherren nie um eine offizielle Flagge bemüht. Erst als man in den 1920er Jahren für die Stadt Bautzen eine solche in Erwägung zog, ließen die Heraldiker ihre Muskeln spielen und drehten die Farben Kraft ihrer Regeln um. Nach bösen Briefen zwischen Dresden und dem Bautzener Stadtrat in den Jahren 1927 bis 1934 fügten sich die Bautzener der höheren Gewalt und änderten die Reihenfolge der Stadtfarben in gelb-blau um. Für die preußische Oberlausitz um Görlitz und Rothenburg O.L. galt weiter die blau-goldene, denn für den Nord- und Ostteil unserer Heimat war Berlin zuständig und nicht das Sächsische Hauptstaatsarchiv in Dresden. Erst nach der Wende 1989 besannen sich viele Bürger auf regionale Fahnen als Zeichen ihrer Identität. Der Landkreis Bautzen hat aufgrund der Streitigkeiten zwischen den Heimatforschern und dem Sächsischen Staatsarchiv bis heute keine Kreisfahne. Der Kreistag Görlitz hat am 23. Juni 2010 mit großer Mehrheit auf Antrag der DSU für die Oberlausitzer Traditionsfarben mit der Farbfolge blau-gelb in der Kreisflagge gestimmt. 2014 können die Oberlausitzer zum ersten Mal einen „Tag der Oberlausitz“ begehen. Ich bin überzeugt, dass viele eine blau-goldene Flagge hissen – schon aus Trotz vor Bevormundung durch die Staatsregierung.