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„Lessing zeilenweise“ zu Papier gebracht

Beim Schüler-Schreib-wettbewerb des Lessing-Museums Kamenz wird’s spannend. Am 3.Februar werden die Sieger gekürt.

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Von Matthias Hanke

Auf den ersten Blick ist Maria Tschanter in ihrem Büro gar nicht zu sehen. Auf dem Schreibtisch versperrt eine Kiste die Sicht. Darin liegen 140 literarische Texte. Es sind die Ergebnisse des Schüler-Schreibwettbewerbs 2011/12 am Lessing-Museum Kamenz. Die 18-jährige Frau aus Bautzen liest all die Texte – manchmal schmunzelnd, nicht selten nachdenklich. Sie gehört in diesem Jahr zur Jury des literarischen Wettbewerbs am Kamenzer Literaturmuseum. Doch nicht nur das: Sie absolviert hier am Museum ein freiwilliges kulturelles Jahr, und die gesamte Organisation und Durchführung des Wettbewerbs gehört zu ihren Aufgaben. Keine leichte Sache.

Engagement deutlich zu spüren

Insgesamt haben sich in diesem Jahr die Schüler aus 25 Schulen am Wettbewerb beteiligt. Entsprechend den Ausschreibungsbedingungen kamen die meisten Einsendungen aus Sachsen. Die Teilnehmer konnten aus vier Themen auswählen, alle von einem Lessing-Zitat eingeleitet. So war die fiktive Biografie eines Menschen zu schreiben, der unerwartet zu Reichtum gelangte. Oder eine Ballade über ein Ereignis, das überraschend eintritt, obwohl man es geahnt hatte.

Den Arbeiten merkt man an, dass sie mit viel Engagement zu Papier gebracht wurden. Im Wettbewerb „Lessing zeilenweise“ eigentlich auch kein Wunder. Von Lessing selbst gibt es wohl kaum eine Zeile, die er unbewegt geschrieben hat. Sei es im Zorn oder mit Begeisterung, mit der Absicht Mitleid zu erzeugen, Licht in die verschiedensten Dinge des Lebens zu bringen, oder auch zu widersprechen.

Maria Tschanter sieht der Arbeit der Jury und der Preisverleihung mit Spannung entgegen. Die Ehrung findet am 3. Februar im Stadttheater Kamenz statt. Für sie schließt sich dann ein Kreis: Als Schülerin hat sie einst selbst am Wettbewerb teilgenommen.