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Letzte Arbeiten an der Lomnitzer Kirche

Das letzte der drei Altarfenster soll angefertigt werden. Die Gemeinde hofft auf Spenden.

Von Thomas Drendel

Die Lomnitzer sind am Ziel. Fast jedenfalls. In wenigen Monaten soll in der Kirche das dritte Fenster hinter dem Altar eingebaut werden. Dann geht eine jahrelange Sanierung mit vielen Rückschlägen zu Ende. Wenn jetzt die Sonne hereinscheint, dann ist die Kirche in buntes Licht getaucht. Das mittlere Fenster mit den farblosen Fensterscheiben wirkt da wie ein Fremdkörper. „Wir hatten uns schon seit Langem vorgenommen, das zu ändern. Jetzt hat sich der Kirchenvorstand für einen Entwurf entschieden“, sagt Ulrike Rudert vom Kirchenvorstand. Er stammt von Camillo Schulz von der Dresdner Glaswerkstatt Körner und reiht sich thematisch in die Bibelüberlieferung ein. Während im linken Bild über dem Altar die Geburt Jesu zu sehen ist, soll das neue Fenster die Kreuzigung zeigen. „Das geschieht eher symbolisch. Es wird viel mit Farben angedeutet, beispielsweise ist an fünf Stellen Rot zu sehen. Die Farbe steht für die fünf Verletzungen, die bei der Kreuzigung erfolgt sind“, sagt Ulrike Rudert. Im rechten Bild ist dann das Ostermotiv mit der Auferstehung dargestellt. „Wir waren mehrmals in der Glaswerkstatt und haben über den Entwurf gesprochen. Es gab mehrere Änderungen. Jetzt ist er aus unserer Sicht sehr gut gelungen.“ Das neue Fenster wird aus handgefertigtem Glas hergestellt. „Da ist beispielsweise das weiße Glas nicht völlig durchsichtig. Es variiert auch im Farbton“, sagt die Lomnitzerin.

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Auch wenn sich der Kirchenvorstand einig ist, der endgültige Auftrag konnte noch nicht an die Dresdner Glaswerkstatt vergeben werden. Das Fenster ist sehr teuer und wir haben die Summe leider noch nicht vollständig beisammen.“ 10 500 Euro soll es kosten. Das sind 4000 Euro mehr als die Kirchgemeinde ursprünglich veranschlagt hat. „Einen Teil der Mehrkosten wird der Förderverein beisteuern. 2000 Euro hoffen wir, durch Spenden zusammenzubekommen“, sagt Ulrike Rudert. Sollte das klappen, könnte noch in diesem Jahr das Fenster angefertigt und eingesetzt werden. – Damit geht die jahrelange Sanierung der Kirche zu Ende. Sie hatte bereits 1994 begonnen. Doch Baumängel und -schäden verzögerten immer wieder die Fertigstellung. So wurde am neu verlegten Holzfußboden der gefährliche Hausschwamm entdeckt. Alle Bretter mussten daraufhin entfernt werden. Anschließend kam Sandsteinfußboden in die gesamte Kirche. Auch der Altarraum und die Sakristeien sind mit den neuen Platten ausgelegt.

Bereits 2009 wurde das Dach undicht. Es war nur vier Jahre zuvor gedeckt worden. Der Fehler lag nicht in den Ziegeln, sondern im verwendeten Mörtel. Der wurde porös und ließ das Regenwasser in das Kircheninnere laufen. Die dem Dorf zugewandte Seite konnte im vergangenen Jahr fast vollständig saniert werden, die andere wurde in diesem Jahr umgedeckt. Die Ziegel konnten wiederverwendet werden. Lediglich der Mörtel wurde ausgetauscht. Dann erhielt das Gotteshaus noch eine spezielle Anlage für die Lüftung. Sie wurde eingebaut, um die Luftfeuchtigkeit im Innern der Kirche zu mindern. „Nach Fertigstellung öffnen sich automatisch die Fenster, wenn im Innenraum die Luftfeuchtigkeit höher ist als außen“, sagt der Pfarrer. Mitglieder des Fördervereins der Kirche haben inzwischen auch das Turm-Innere wieder hergerichtet. So wurden unter anderem neue Dielen verlegt und Wände gestrichen. Die Kirchturmuhr erhielt ein automatisches Werk. Zuletzt brachte Restauratorin Tania Korntheuer-Wardak noch Altar und Altarbild wieder in Ordnung. Das Gemälde stammt von Professor Heinrich Gotthold Arnold. Der Lomnitzer Pfarrerssohn hat den „Christus umgeben von elf Apostel“ 1841 gemalt. Der Altar wurde von Schmutz befreit und teilweise neu bemalt. „Jetzt werden wir die Heizung in der Kirche verbessern, dann ist aber wirklich alles in Ordnung“, sagt Ulrike Rudert.

Spenden für das Altarfenster an den Förderverein Dorfkirche Lomnitz. Alle Angaben im Internet unter

www.dorfkirche-lomnitz.de