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Letzte Arbeiten am Curie-Gymnasium

Anfang September eröffnet der sanierte und erweiterte Komplex an der Zirkusstraße wieder. Fast 1.000 Schüler haben hier Platz.

© Steffen Unger

Von Linda Barthel

Die Tische und Stühle sind mit Staub bedeckt. Auch auf dem Boden liegt Dreck. Im Flur lehnen unmontierte Heizkörper an den Wänden, die Treppenstufen und Fenster sind mit Folie beklebt. Noch ist das Marie-Curie-Gymnasium eine Großbaustelle. Doch schon in wenigen Wochen soll im Komplex an der Zirkusstraße wieder gelernt werden. Nach knapp zweijähriger Bauzeit sind Sanierung und Erweiterung Anfang September – pünktlich zum Beginn des neuen Schuljahres – beendet.

Late Night Shopping Dresden
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Zur langen Einkaufsnacht unter dem Motto "Late Night Shopping" lädt das City Management Dresden am Freitag, 2. Oktober, in die Dresdner Innenstadt ein. Vom Neumarkt an der Frauenkiche bis zur Prager Straße beteiligen sich zahlreiche Händler und die großen Einkaufsgalerien an der Aktion.

Die mehr als 750 Gymnasiasten können damit wieder in die Pirnaische Vorstadt zurückkehren. Während der Umbauarbeiten lernten sie in einem Ausweichgebäude am Leutewitzer Ring in Gorbitz. Bevor Lehrer und Schüler jedoch ins Gebäude ziehen, gibt es noch einiges zu tun. So fehlt zum Beispiel im Speisesaal, der sich im Erdgeschoss des vierstöckigen Neubaus befindet, das Parkett. „Mit der Verlegung wird am Montag begonnen“, sagt Projektleiter Albrecht Herrmann vom Hochbauamt. Hier haben später etwa 350 Schüler Platz. Zudem wird eine Terrasse mit Vordach eingerichtet, auf der die Mädchen und Jungen die Mittagssonne genießen können.

Während der Neubau modern in hellen Tönen mit limonengrünen Farbtupfern gestaltet wurde, haben die Arbeiter am 1960 übergebenen Altbau kaum etwas verändert. „Das war vom Denkmalamt so gewünscht“, sagt Herrmann. Denn zum Beispiel die Fassade ist geschützt, da es sich beim Marie-Curie-Gymnasium um eine der ersten Typenschulen in Dresden handelt. Deshalb wurden auch alle Fachkabinette im Neubau eingerichtet. „Weil dafür viel Technik benötigt wird, wäre das im Altbau nur mit großem Aufwand machbar gewesen“, sagt der Projektleiter.

Großen Spielraum hatten die Architekten dagegen bei der Gestaltung der neuen Dreifeld-Sporthalle, die direkt hinter dem Schulkomplex gebaut wurde. Auch hier laufen derzeit die letzten Feinarbeiten. So müssen zum Beispiel noch die Türen eingebaut und die Fußböden beschichtet werden. Auf dem Außengelände verlegen Fachleute währenddessen Asphalt und stellen den Sportplatz mit 100-Meter-Bahn, Weitsprunggrube, Kugelstoßanlage und Kleinspielfeld fertig. Eine der letzten Arbeiten wird in wenigen Wochen am Eingangsbereich des Neubaus erledigt. Der in Dresden geborene Künstler Sebastian Hempel gestaltet eine der Türen mit einer Lichtkonstruktion. Die in ihrer Helligkeit variierenden Neonröhren sollen in Anlehnung an die Physikerin und Chemikerin Marie Curie ein Atomium abbilden. „Die Idee hatte die Schule. Es wurde ein Wettbewerb veranstaltet und dann Sebastian Hempel ausgewählt“, sagt Projektleiter Herrmann. Die Kosten für das Kunstwerk trage größtenteils der Förderverein. Aber auch die Schulverwaltung beteiligt sich an der Summe.

Das sanierte und erweiterte Gymnasium ist für steigende Schülerzahlen ausgelegt. Insgesamt 960 Mädchen und Jungen haben in den mehr als 50 Fachkabinetten und Klassenräumen, in die jeweils 28 Schüler passen, Platz.

Rund 22 Millionen Euro wurden in das Projekt investiert. Der Freistaat beteiligt sich daran mit knapp 10,8 Millionen Euro. Während der Bauzeit mussten die Arbeiter auf einige Überraschungen reagieren. So stießen sie nach dem Auftakt im Untergrund auf die Reste einer alten Druckerei. Das bescherte gleich zu Anfang zwei Wochen Bauverzug. Der Bombenfund, der im Januar 2013 für großes Aufsehen sorgte, behinderte die Arbeiten dagegen kaum. „So etwas erlebt man als Planer trotzdem nicht alle Tage“, sagt Herrmann.