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Letzte Klappe für Stubbe

Mit einem Dreh in Dresden endet für Wolfgang Stumph die Kommissar-Karriere. Seinen Dienstausweis nimmt er aber mit.

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© Robert Michael

Von Jana Mundus

Plötzlich verstellt Stumpi die Sicht auf die Frauenkirche. Wenige Meter vom Eingang der Heinrich-Schütz-Residenz am Neumarkt fotografierten Touristen gestern Mittag gerade noch die imposante Kuppel. Kurz darauf schwenken sie ihre Kameras lieber auf Wolfgang Stumph. Der ist gerade eingetroffen, in der Schütz-Residenz wird eine der letzten Szenen für die ZDF-Serie „Stubbe – Von Fall zu Fall“ gedreht. Darin spielt er seit 20 Jahren den Kommissar Wilfried Stubbe. Doch nach der 50. Folge, die im Januar ausgestrahlt wird, ist nun Schluss. Der Dresdner Schauspieler nimmt sich Zeit für die Hobbyfotografen, gibt Autogramme. „Weiter gucken“, befiehlt er danach lachend und zeigt auf die Kirche.

Für den letzten „Stubbe“ wurde in den vergangenen Tagen in der Stadt gedreht. Dass der Kommissar am Ende der Serie noch einmal nach Dresden zurückkommt, schließt einen Kreis. „Für die erste Folge haben wir auch hier gedreht“, erzählt Wolfgang Stumph. Ob Stubbe, der eigentlich Dresdner ist, nach zwei Jahrzehnten Ermittlungsarbeit in Hamburg letztlich in der alten Heimat bleibt, will Stumph noch nicht erzählen. „Auf jeden Fall besucht er hier aber seine Freundin, die in Dresden einen Job bekommen hat“, verrät er zumindest schon einmal. Auf der Augustusbrücke verabschiedete das Filmteam bereits am Dienstagabend seinen Hauptdarsteller. Nach einer Szene, für die die Brücke kurzzeitig gesperrt worden war, gab es zum Abschied Blumen und den Kommissarausweis. „Viele Dresdner schauten uns bei der Arbeit zu. Als ich verabschiedet wurde, applaudierten plötzlich Hunderte Leute“, erzählt der Schauspieler gerührt. Überhaupt seien die Drehtage in Dresden immer ganz besonders gewesen. Seiner Stadt will Wolfgang Stumph auch bei seinen nächsten Film- und Fernsehprojekten treu bleiben.