merken
PLUS Dresden

Letzte Verhandlungen für Dresdens Dampfer

Knapp zwei Wochen bleiben für die Rettung der Flotte. Unterdessen endet in zwei Tagen eine Aktion für die Schiffe, ohne dass sie zum Erfolg führte.

Die Frist für die Rettung der Dresdner Elbeflotte läuft in knapp zwei Wochen ab.
Die Frist für die Rettung der Dresdner Elbeflotte läuft in knapp zwei Wochen ab. ©  Archiv/Ronald Bonss

Dresden. Die letzten Verhandlungen laufen, der Entwurf des Kaufvertrags ist unterwegs. In diesen Tagen entscheidet sich, wer neuer Investor bei der Sächsischen Dampfschiffahrt (SDS) wird. Drei "seriöse" Investoren sind laut der Geschäftsführung des Unternehmens im Rennen. Mit ihnen hat Sanierungsgeschäftsführer Burkhard Jung Details besprochen, jetzt geht es um die Entscheidung, die die Geschäftsführung nach Absprache mit dem Gläubigerausschuss fällt.

Es bleiben weniger als zwei Wochen. Bis Anfang September will Jung Klarheit darüber haben, wer der Flotte mit einer Millionensumme beispringt und sie damit aus der finanziellen Klemme rettet. Der Investor hat künftig auch das Sagen bei der Dampfschifffahrt. Jung betonte mehrfach, ihm sei wichtig, dass die Flotte als Ganzes auf der Elbe erhalten bleibe.

Anzeige
Große Jobbörse am 10. Oktober
Große Jobbörse am 10. Oktober

Auch im nächsten Jahr bleiben die Dresdner Verkehrsbetriebe ihrem guten Ruf als verlässliche Ausbildungsstätte und sicherer Arbeitgeber treu.

Die künftige Führungsriege muss sofort ein neues Problem lösen. Durch die Insolvenzanmeldung wurde die Werft zu einem der Gläubiger, das alte, langfristige  Mietverhältnis ist hinfällig. Sollen die Schiffe weiter in Laubegast repariert werden, müssen die Bedingungen dafür neu ausgehandelt werden. 

Auf der einen Seite ist dabei die Flotte, für die es zur Laubegaster Werft eigentlich keine Alternative gibt. Die danach nächstgelegene deutsche Werft befindet sich in Roßlau (Sachsen-Anhalt), rund 200 Kilometer elbabwärts von Dresden entfernt. Für schnelle Reparaturen ist das viel zu weit. Auch für die großen Winterdurchsichten der Schiffe ist das eigentlich keine Alternative. Denn die Schiffsbesatzungen arbeiten dabei regelmäßig mit, werden vorübergehend von Steuermännern, Maschinisten und Matrosen zu Handwerkern für Holz, Metall und die Technik der Dampfer.

Auf der anderen Seite des Verhandlungstischs für die Flotte sitzen die Vertreter des Unternehmens Richert & Co. Die Firma hat die Werft im vergangenen Jahr übernommen und jetzt auch ein Angebot für die Rettung Flotte vorgelegt.

Parallel zu den Verhandlungen hat die Fachgruppe Elbeschiffahrt im Landesverein Sächsischer Heimatschutz eine Petition für den Erhalt der Schiffe in Dresden gestartet. 1.473 Menschen haben unterschrieben. Sie unterstützen das Ziel, die Raddampferflotte als Kulturgut schützen zu lassen. Der Aufruf richtet sich an die Stadt und den Freistaat. Die Frist zur Mitzeichnung der Petition ist inzwischen abgelaufen. 

Weiterführende Artikel

Schweizer steuern künftig Dresdner Dampfer

Schweizer steuern künftig Dresdner Dampfer

Die Entscheidung, wer die Weiße Flotte übernehmen soll, ist gefallen. Bis zuletzt gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit einem Dresdner Investor.

Zwei neue Firmen für Dresdner Dampfer

Zwei neue Firmen für Dresdner Dampfer

Eine Aktiengesellschaft aus der Schweiz hat in Dresden zwei Gesellschaften gegründet. Chef soll ein Dresdner werden.

Wie ein Modell die Dampfer retten soll

Wie ein Modell die Dampfer retten soll

Den Dampfer Dresden kann sich nun jeder in Miniatur in die Vitrine stellen - und so vielleicht dem großen Vorbild helfen. Ein Dresdner Architekt hatte die Idee dazu.

Kämpfen die Dampfer-Freunde umsonst?

Kämpfen die Dampfer-Freunde umsonst?

Der Verein "Freunde der Sächsischen Dampfschiffahrt" will die Dresdner Schiffe übernehmen und sammelt dafür Geld. Doch ihm fehlen wichtige Informationen.

Der Dresdner Michael Hillmann, der Mitglied der Fachgruppe ist, hat außerdem eine Spendenaktion auf der Crowdfunding-Plattform Startnext gestartet. Sie läuft noch zwei Tage und hatte das Ziel, 100.000 Euro zu sammeln. Dieses Ziel wird voraussichtlich nicht erreicht, bis zum Dienstagabend sind knapp 23.000 Euro zusammengekommen.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dresden