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Das Corona-Schuljahr ist vorbei

Lehrer, Schüler und Eltern in Radebeul wurden auf eine harte Probe gestellt. Im neuen Schuljahr müssen Lücken aufgeholt werden. In den Ferien gibt es Extra-Kurse.

Stolz nehmen Anni und und Paula Wendrich ihre Zeugnisse von Klassenlehrerin Heike Stradtmann entgegen.
Stolz nehmen Anni und und Paula Wendrich ihre Zeugnisse von Klassenlehrerin Heike Stradtmann entgegen. © Arvid Müller

Paula und Anni haben’s geschafft. Glücklich halten sie ihr Zeugnis in der Hand. Ein besonderes Zeugnis, nicht nur weil für die beiden Mädchen die Zeit an der Grundschule Friedrich Schiller vorbeigeht und sie ab August die Oberschule besuchen, es ist auch der Abschluss eines turbulenten Schuljahres. Corona hat alles auf den Kopf gestellt. Von heute auf morgen mussten Schüler zu Hause unterrichtet werden, danach gab es strenge Hygieneregeln an den Schulen. Trotzdem war es schön, Lehrer und Freunde wiederzusehen, sagen die Schwestern. Einzig das längere Ausschlafen hat ihnen in der Corona-Zeit gefallen.

„Wir sind alle gesund und munter, das ist das Wichtigste“, sagt ihre Schulleiterin Sabine Kranz zum Ende des Schuljahres. „Ich habe viel Unterstützung von den Lehrern und Eltern bekommen.“ In den letzten Wochen wurden die Grundschüler ausschließlich in den Hauptfächern Mathe, Deutsch und Sachkunde unterrichtet - so konnte in den wichtigen Fächern aller Stoff aufgeholt werden. Wichtig war das vor allem für die 70 Viertklässler, die für Gymnasium und Oberschule vorbereitet werden mussten. Auch auf die feierliche Verabschiedung wollte Sabine Kranz nicht verzichten. Anstatt einer großen Veranstaltung gab es drei kleinere.

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Trotz Corona super Abi-Schnitt

Reingefallen ins kalte Wasser - so beschreibt Angela Hartmann, Schulleiterin des Radebeuler Lößnitzgymnasiums, wie sich die plötzliche Schulschließung und die Umstellung auf den Unterricht für zu Hause  angefühlt haben. "Es hat uns ja alle unvorbereitet getroffen", sagt sie. "Der Start war da natürlich etwas holprig." Lehrkräfte und Eltern hätten aber schnell gut mitgezogen, sodass die Schüler mit Aufgaben versorgt werden konnten. 

Besonders stolz ist die Schulleiterin auf ihre Zwölftklässler, die mitten in den Prüfungsvorbereitungen von den Corona-Wirren überrascht wurden. Die Schüler seien sehr diszipliniert gewesen und immer zu allen Sitzungen erschienen. "Die Abiturienten haben trotz Corona einen super Abschluss hingelegt." Der Durchschnitt von 1,99 sei erst recht unter diesen Bedingungen eine richtige Besonderheit, freut sich die Schulleiterin.

Für die Abiturprüfungen wurden in diesem Jahr Räume im ganzen Schulhaus genutzt, damit nicht mehr als fünf bis sechs Schüler zusammen in einem Zimmer saßen. Alle Lehrer waren als Aufsicht im Einsatz. Auf Streiche am letzten Schultag und einen Abi-Ball mussten die Absolventen in diesem Jahr allerdings verzichten. "Wir hatten aber immerhin eine schöne Abi-Zeugnisausgabe in den Landesbühnen", sagt Angela Hartmann.

Auswirkungen werden sich erst noch zeigen

Bei den Versetzungen gebe es trotz Schulschließungen keine Auffälligkeiten. Zwei bis drei Schüler würden freiwillig ein Jahr wiederholen - nicht mehr als in normalen Jahren auch. Die tatsächlichen Auswirkungen der Schulschließungen werden sich aber erst im nächsten und übernächsten Jahr zeigen, vermutet die Leiterin des Gymnasiums. "Sicherlich sind während der Corona-Zeit auch Lücken entstanden." Die Lehrer seien deshalb aufgefordert, ganz genau hinzuschauen, wo es Nachholbedarf gibt. Ein besonderes Augenmerk liege dabei auf den künftigen Zwölfern, die 2021 ihren Abschluss machen.

Zusätzliche Kurse in den Sommerferien

In der ersten und vorletzten Ferienwoche werden im Lößnitzgymnasium Extra-Kurse angeboten, an denen Schüler aus allen Klassenstufen freiwillig teilnehmen können, um Stoff zu wiederholen. Das sächsische Kultusministerium hat das Programm "Sommerschule" für weitergehende Schulen aufgelegt, um Bildungsangebote zum Lernen und Üben zu ermöglichen.

Auch die Oberschule Kötzschenbroda beteiligt sich. "Ich freue mich sehr über die große Resonanz im Kollegium und die vielen Vorschläge", sagt Schulleiterin Anngret Petschlies. Sowohl jahrgangsübergreifend als auch für einzelne Klassen soll es in den Ferien Lernangebote geben.  Die Schule hat außerdem mit einer Evaluierung begonnen, was im neuen Schuljahr nachgeholt werden muss. In den Ferien wird dafür ein konkretes Konzept erarbeitet. "Wir schauen, was nicht vollumfassend gelehrt werden konnte und überlegen, wie der Stoff im nächsten Schuljahr mit aufgenommen wird", erklärt die Leiterin.

Neue Medien im Unterricht sollen bleiben

In der Oberschule wurden Aufgaben in der Anfangszeit auf der Homepage für die Schüler bereitgestellt, danach auf der Plattform Lernsax. Computeraffine Lehrer hätten auch per Videokonferenz mit den Schülern kommuniziert. "Es wurden immer mehr Medien in Anwendung gebracht", sagt Anngret Petschlies. Vieles davon soll Bestandteil des Unterrichts bleiben, auch wenn der Schulbesuch wieder normal abläuft. "Wir bleiben dran, damit die Schüler mit den Medien noch vertrauter umgehen."

Das sächsische Kultusministerium hatte in dieser Woche angekündigt, dass die Schulen  nach den Sommerferien wieder im Normalbetrieb starten sollen mit Unterricht an fünf Tagen in der Woche. Damit bestehe wieder für alle Schülerinnen und Schüler die uneingeschränkte Schulbesuchspflicht. Vorher heißt es aber: Schöne Ferien!

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