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Letzter Spatenstich für Radfahrer

Start frei für den vierten und letzten Bauabschnitt: Nächstes Frühjahr können Radler von Cunewalde bis Löbau sausen.

© SZ Thomas Eichler

Von Susanne Sodan und Susan Ehrlich

Ein meterhohes Schild am Brunnenweg in Großdehsa verkündet es schon: „Wir bauen für Sie“ – den letzten Abschnitt des Radweges von Halbendorf nach Löbau. Der erste Bagger steht schon bereit. Gestern war aber erst mal Muskelkraft gefordert. Zum Spatenstich musste unter sengender Sonne die Politprominenz ran. „Krawattenpflicht besteht bei uns ab 30 Grad nicht mehr“, erklärte Staatssekretär Roland Werner (FDP) mit einem Lachen. Und auch die lange Rede ließ er bei der Hitze lieber im Auto liegen. Neben Werner griffen auch Löbaus Oberbürgermeister Dietmar Buchholz (parteilos), Lawaldes Bürgermeisterin Nadja Kneschke (parteilos), die Landtagsabgeordneten Heinz Lehmann (CDU) und Kristin Schütz (FDP) sowie Lutz Günther vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr, zum Spaten. Mit dabei waren auch einige wenige Radfahrer. Noch ist für sie eher Schieben als Fahren angesagt. Richtig in die Pedale treten können sie auf der Strecke erst im kommenden Jahr. Bis zum 30. Mai 2015 soll das Teilstück zwischen Kleindehsa und Löbau und damit auch der komplette Radweg fertig sein – vorausgesetzt, alles läuft nach Plan.

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Radweg soll Touristen locken

Für ihn sei es eines der schönsten Radwegprojekte in Sachsen, erklärte Roland Werner gestern. Zum einen schaffe man mit der Strecke nicht nur ein Angebot für die Anwohner, sondern auch für Touristen. Zum anderen sei der Radweg ein gutes Beispiel für nachhaltiges Bauen. Die Strecke führt über die ehemalige Bahntrasse zwischen Halbendorf und Löbau. Ein Zug fährt dort seit Jahren nicht mehr. Mit dem Radweg habe man eine sinnvolle Nachnutzung dafür gefunden. Hinzu kommt, dass damit ein Radwegbau von vornherein einfacher war: Das Gelände ist erschlossen, das Gefälle gering. Bereits 2012 wurden die beiden Bauabschnitte zwischen Halbendorf und Obercunewalde fertiggestellt. Der dritte Abschnitt bis Kleindehsa wurde im Mai dieses Jahres für den Verkehr freigegeben.

Der letzte Abschnitt führt nun bis an die Bundesstraße 6 in Löbau, auf Höhe des Obi-Marktes soll Schluss sein. Für dieses Teilstück fallen noch einmal 1,3 Millionen Euro an. Die EU fördert das Projekt zu 75 Prozent. „Die Finanzierung ist sicher“, versprach Dietmar Buchholz gestern. Dafür müssen Land und Kommunen Hand in Hand gehen, erklärt Lutz Günther. „Außerhalb der Ortschaften ist der Freistaat der Baulastträger. Innerhalb der Ortslagen wird das Projekt zu einer gemeinsamen Baumaßnahme.“ Begonnen werden soll nun mit den Bereichen, die der Freistaat trägt.

Um die 15 Kilometer Radweg werden es letztlich sein, die den Radtourismus ankurbeln helfen könnten. 15 Kilometer, die von Löbau zum Beispiel bis unmittelbar an das nach der Flut sanierte Cunewalder Freibad führen – oder umgekehrt die Leute nach Löbau locken könnten. Bürgermeisterin Nadja Kneschke hat das für Lawalde schon mit dem dritten Bauabschnitt getestet: „Auch im Winter sind wir hier langgefahren. Und das macht sich wirklich gut“, sagte sie gestern begeistert. Und auch Amtskollege Thomas Martolock aus Cunewalde freut sich seit dem Baustart 2012 über die neue direkte Verbindung für Radler. Damals hoffte man noch, und Oberbürgermeister Buchholz gehörte dazu, dass die neue Radverbindung zu Zeiten der Landesgartenschau schon stehen könnte. Dieser Zeitplan ließ sich nicht realisieren. Doch nun soll der Weg ein Anziehungspunkt werden. Fragt man heute die Radfahrer, bestätigen sie das schon vorbehaltlos. Ein fast 2,50 Meter breiter durchgehender Weg ist für Radler nun mal sehr attraktiv.