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Leubaer verlangen mehr Polizei im Ort

Wegen der vielen Einbrüche haben die Bürger das Gespräch mit dem Polizeipräsidenten gesucht. Dieser verspricht Hilfe.

Von Steffen Gerhardt und Thomas Christmann

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Klaus-Peter Jerga ist einer der Leubaer Bürger, denen es sehr wichtig ist, dass der Polizeipräsident sich selbst die Ängste und Sorgen der Bürger in dem Dorf an der Neiße anhört. Denn die Familie Jerga wurde bereits im vergangenen Sommer Opfer von Dieben, die über die Neiße kamen, Elektrogeräte aus der Garage klauten und über die Neiße wieder verschwanden. Einen hat Klaus-Peter Jerga morgens beim Öffnen der Jalousie noch auf der Terrasse gesehen. Auch seine Überwachungskamera hat ihn klar abgebildet. Somit schließt er sich den konkreten Forderungen der Leubaer gegenüber dem Polizeipräsidenten an diesem Abend an.

Denn er soll für ihre Sicherheit sorgen: Conny Stiehl. Der Chef der Polizeidirektion Görlitz stand den Leubaern vor Kurzem Rede und Antwort. Der Ortschaftsrat Leuba hatte zu einem Bürgerforum in das Dorfgemeinschaftshaus eingeladen. Was an dem Abend die rund 150 Einwohner in dem Saal vereinte, ist die Angst. Davor, von Einbrechern heimgesucht und bestohlen zu werden und nicht nur materiellen Schaden zu haben. Sie sehen auch ihre Gesundheit in Gefahr. Seit der Grenzöffnung 2007 mit damals 98 Fällen stieg die Zahl der Straftaten, die die Polizei in Ostritz und Leuba aufnahm. Vor zwei Jahren erreichte diese mit 214 ihren vorläufigen Höhepunkt, sank voriges Jahr wieder auf 185. Drei Viertel der Fälle sind Eigentumsdelikte gewesen, erläuterte der Polizeipräsident seine Statistik. In Konsequenz daraus forderten die Anwesenden, dass die Polizisten mehr Präsenz zeigen und ortskundiger agieren sollen.

Polizeipräsident Stiehl nahm die Sorgen der Betroffenen ernst und will das Miteinander von Polizei und Bürgern vertiefen. Auch mehr Präsenz versprach er. Bis September sollen nach seiner Auskunft zwei Einsatzzüge der Bereitschaftspolizei mit 66 Beamten ihren Dienst aufnehmen, im Frühjahr der erste. Die Leubaer sicherten ihre Unterstützung zu, indem sie sich mit Polizisten vor Ort treffen und Fluchtwege zeigen wollen. Ratsmitglieder und Polizeipräsident kamen überein, sich in einem halben Jahr wieder zu treffen. Dann wollen sie feststellen, ob die Kriminalität zurückgegangen ist. „Ich messe mich am Erfolg“, sagt Conny Stiehl, der in seinem Zuständigkeitsbereich jährlich 4 000 gemeldete Straftaten verzeichnet. Leubas Ortsvorsteher Norbert Kern (Unabhängige Bürger) vertraut den Aussagen. Alleine lasse sich das Problem sowieso nicht lösen, sagt er. Kern will nicht anzweifeln, dass sich die Polizisten Mühe geben. Aber das reicht nach seinem Eindruck eben nicht. Der Ortsvorsteher spürt die Unzufriedenheit in Leuba. Viele Einwohner gebe es nicht mehr, die keinen Einbruch und Diebstahl zu beklagen hätten.

Leuba hat voriges Jahr zwei Einbruchserien erlebt: im Sommer und im November und Dezember. Die Polizei kontrolliert bereits verstärkt. Doch mit der Initiative „Sicheres Ostritz“ haben sich in der Stadt bereits Einwohner organisiert, laufen nächtlich Streife, weil sie sich nicht mehr anders zu helfen wissen. Auch in Leuba kam das Thema auf. Allerdings erteilt Kern dem eine Absage. Stattdessen rät der Ortsvorsteher jedem Betroffenen, sofort die Polizei anzurufen. Allerdings hat sich die Situation seit Anfang Januar entspannt, als die Polizei bei einem Einbruch einen von zwei Dieben vorläufig festnahm – er könnte der Grund für die Serien sein.

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