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Leubener feiern mit Asylbewerbern

Deutsche und Flüchtlinge aus aller Welt lernen sich in entspannter Atmosphäre kennen.

Von Johannes Hofmann

Eine bunte Gesellschaft versammelt sich auf dem Gelände des Kinder- und Familientreffs Mosaik in Leuben, um das erste interkulturelle Frühlingsfest zu feiern. Familien aus Syrien, Libyen oder Marokko sitzen am Freitag gemeinsam mit Leubens Bewohnern bei Speis und Trank. Sie hören Musik einer Liveband und lassen ihre Kinder miteinander über den Rasen tollen.

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Gedenken der Toten der Corona-Pandemie
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Oberbürgermeister Dirk Hilbert wendet sich im Namen Dresdens an die Angehörigen der Verstorbenen – Urnenhain Tolkewitz als öffentlicher Ort für die Trauer.

Auf Initiative der Caritas-Asylberatung entstand die Idee, asylsuchende Familien mit Bewohnern des Stadtteils zusammenzubringen, um einen interkulturellen Austausch zu ermöglichen. „Die Leubener sollen von den Asylbewerbern aus erster Hand erfahren, vor welchen Problemen und Hoffnungen ein Flüchtling in Dresden steht“, sagt Initiator Karsten Dietze von der Caritas.. Für den palästinensischen Flüchtling Mansour Orabi eine tolle Möglichkeit Kontakte zu knüpfen. Der 29-Jährige kommt aus dem Flüchtlingslager Nahr al-Bared im Libanon. Nachdem das Lager im Krieg 2007 fast vollständig zerstört wurde, floh er zunächst nach Syrien und vier Jahre später in die Türkei. Von dort aus kam er nach Dresden.

Seit vier Monaten lebt er jetzt in einem Asylbewerberheim in Dresden. „Ich wünsche mir sehr, in Deutschland bleiben zu können“, sagt Orabi. Auch der Leiter des Ortsamtsgebietes Leuben, Jörg Lämmerhirt, sieht im interkulturellen Frühlingsfest eine Chance, die Asylbewerber in die Gesellschaft zu integrieren.

„Es ist schön zu sehen, wie Einheimische und Zugezogene gemeinsam Essen und ein Fest feiern“, sagt Lämmerhirt. Für viele deutschen Familien in Leuben ist die Integration der Asylbewerberfamilien auf einem guten Weg. „Mein Sohn spielt täglich mit Kindern aus anderen Nationen. So ein Fest könnte jede Woche stattfinden“, sagt Kathrin Rosenberg. Deshalb unterstützte sie die Veranstaltung am Freitag tatkräftig.

Für die 36-Jährige ist es eine Selbstverständlichkeit selbst gemachte Salate zu spendieren und beim Aufbau der Biertische zu helfen. Allerdings sind beim Frühlingsfest auch Polizeistreifen vor Ort. „Leider gibt es auch Familien im Viertel, die den Asylbewerbern nicht unbedingt wohlgesonnen sind“, weiß Elisabeth Drechsel vom Kinder- und Familientreff.