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Dresden

Leuchtende Schlösser und fast echte Stars

Gerade noch rechtzeitig drehte Petrus am Samstag den Hahn zu, damit die 11. Dresdner Schlössernacht ihren ganzen Charme entfalten konnte.

Imposantes Farbenspiel am Schloss Albrechtsberg.
Imposantes Farbenspiel am Schloss Albrechtsberg. © Sven Ellger

Er hatte nichts weniger als die perfekte Illusion versprochen. Wenn man innehalte und die Augen schließe, dann könne man ihn wirklich hören: Robbie Williams himself. Womöglich wäre dem britischen Superstar die Bühne auf der Ostterrasse von Schloss Albrechtsberg ein oder zwei Nummern zu klein gewesen - doch seine Hits gab es dennoch zu hören.

Mario Nowack gehört zu den international bekanntesten Williams-Doubles. Der studierte Politikwissenschaftler gewann vor Jahren eine Fernseh-Castingshow und tourt  inzwischen selbst erfolgreich durch die Welt. 

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Die perfekte Illusion: Mario Nowack verkörpert Robbie Williams
Die perfekte Illusion: Mario Nowack verkörpert Robbie Williams © Sven Ellger

Bei der 11. Schlössernacht in den Dresdner Elbhängen wurde sein Auftritt nach dem krachenden Feuerwerk – inklusive perfekt am Himmel platziertem Mond – mit Spannung erwartet. Schon nach dem ersten Hit „Let me entertain you“ stand fest, die Kopie reicht nahe an das Original heran, wenn auch die maximale Ekstase des typischen Schlössernachtbesuchers nur bis zum leichten rhythmischen Bewegen des angewinkelten Arms reicht. Das hatte man ihm hoffentlich vorher gesagt.

Diese Zurückhaltung gilt allerdings erfahrungsgemäß nur bis Mitternacht. Danach wurde auch diesmal im Heizhaus alias „Ninos Bar“ gefetet, bis es wieder hell wurde. 

Die Elbhangzombies, längst fester Bestandteil der Schlössernacht, waren da schon längst ihren Gräbern entstiegen und hatten auf dem Festgelände ihr akustisches Unwesen getrieben. Mit ihrer Version des Songs „Wake Me Up“ weckten sie das anfangs noch ein wenig müde wirkende Publikum schnell auf.

 Quatschkultur im Schottenrock: Dieter Beckert von den Elbhangzombies
 Quatschkultur im Schottenrock: Dieter Beckert von den Elbhangzombies © Sven Ellger

Da der Himmel sich rechtzeitig ausgeregnet hatte, entwickelte sich ein zauberhafter Abend zwischen leuchtenden Wandelwegen, illuminierten Schlössern und jeder Menge Musik von Jazz bis Rock und von Tango bis Klassik. Zwischen 80 Konzerten konnten die 6 000 Besucher wählen. Insgesamt waren zwischen Schloss Eckberg und Saloppe auf 15 Bühnen mehr als 250 Künstler zu erleben.

Eine besondere Rolle spielte in diesem Jahr das Römische Bad unterhalb von Schloss Albrechtsberg. Mit Poesie, Musik und Bauzaungeschichten wurde die Baustelle in Szene gesetzt. Nicht zuletzt wollten die Veranstalter damit ein Zeichen dafür setzen, dass die Sanierung des Bades endlich voranschreiten soll. Eingesammelte Postkarten sollen dem Oberbürgermeister übergeben werden.

Das bewährte Konzept der Vorjahre überzeugte auch diesmal. Zudem wurde die Organisation von Einlass und Abendkasse noch einmal verbessert, auch wenn sich für die Parksituation entlang der Bautzner Straße wohl nie ein Zaubermittel finden lässt.

Nur vereinzelt wurde Unmut über eine Toiletten-Gebühr von 50 Cent laut. Nicht ganz unverständlich, angesichts von Eintrittspreisen ab 38 Euro und 7 Euro für ein Glas Weißwein.

Die Laune ließ sich davon aber niemand dauerhaft verderben. Genauso wenig wie von den diesmal eher kühlen Temperaturen. Passend dazu gab der Sänger Pohlmann gleich mehrfach seinen bekannten Song "Wenn jetzt Sommer wär" zum Besten. Der Wunsch fürs nächste Jahr steht damit, auch wenn Veranstalter Mirco Meinel sich sicher ist: „Wenn die Dresdner feiern wollen, dann sind sie einfach wetterfest.“

Der Termin für die 12. Schlössernacht steht übrigens bereits fest. Am 18. Juli 2020 werden die Elbschlösser wieder erstrahlen. Der Kartenvorverkauf beginnt im Herbst.

Impressionen von der Schlössernacht: