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Sie finden eine Sensation im Briefkopf

Historiker haben in Liberec Spuren der Textilfirma Ginzel entdeckt - in einem Abrisshaus, mit dem auch ein Stück Stadtgeschichte verschwindet.

In einem Abrisshaus fanden Petr Brestovanský (links) und Jiøí Šolc wichtige Dokumente.
In einem Abrisshaus fanden Petr Brestovanský (links) und Jiøí Šolc wichtige Dokumente. © Stadt Liberec

Wichtiger Fund in der Kristianova ulice (Christiansgasse): Tschechische Historiker haben in Liberec (Reichenberg) die Geschäftskorrespondenz der Firma Wenzel Ginzel aus dem 19. Jahrhundert entdeckt. Und zwar auf dem Dachboden eines Hauses in besagter Straße. 1848 taucht der Name Wenzel in einem „Handbuch für das Königreich Böhmen“ immer wieder in Verbindung mit der Tuchmacherei auf.

Später gab es die Schafwollmodewarenfabrik Wenzel Ginzel. „Die handelte mit vielen Ländern der Welt und besaß sogar ein Telefon“, weiß der Archäologe des Nordböhmischen Museums, Petr Brestovanský. Das Haus und weitere Gebäude an der Straße werden bald abgerissen. An ihrer Stelle soll ein Zentrum für Notfallmedizin entstehen. „Mit dem Abriss der alten Gebäude verschwindet auch ein Stück Stadtgeschichte“, meinte Jiøí Šolc, Bürgermeister für die technische Verwaltung. Deswegen wurde hier noch mal gründlich gestöbert nach interessanten Dokumenten und Objekten. Mit Erfolg. Laut Historiker Petr Brestovanský war die Korrespondenz der erste Fund. Entdeckt wurden insgesamt acht vollständige und etwa sechs beschädigte Bücher mit Firmen-Briefen aus den Jahren 1880 bis 1890.

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„Das Unternehmen muss ein großes Sortiment gehabt haben. War wohl bedeutend und innovativ, weil man in die ganze Welt exportierte. Wir haben sogar Briefpapier mit der Telefonnummer und einer Bankkontonummer im Briefkopf gefunden. In dieser Zeit waren viele andere Firmen noch ohne Strom“, so Jiøí Šolc. Das Haus gab noch andere Schätze heraus – Glasbehälter für Gelatine, leere Flaschen, alte rostige Schlüsseln und sogar eine 100 Jahre alte Zahnbürste mit Zahncreme. Die Stadt möchte derartige Forschungen bei allen großen Bauprojekten durchführen, die derzeit vorbereitet werden. „Zum Beispiel beim geplanten Umbau des Liebieg-Palastes, der vor 150 Jahren errichtet wurde“, sagt Brestovanský. 

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