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Licht im biografischen Dunkel

Nun ist er endlich erschienen, der Katalog zur Jubiläumsausstellung anlässlich des 120. Geburtstages der Bautzener Malerin Marianne Britze. In feierlicher Form wurde er am Freitagnachmittag im Stadtmuseum präsentiert.

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Von Carmen Schumann

Nun ist er endlich erschienen, der Katalog zur Jubiläumsausstellung anlässlich des 120. Geburtstages der Bautzener Malerin Marianne Britze. In feierlicher Form wurde er am Freitagnachmittag im Stadtmuseum präsentiert. Doch das Buch ist mehr als nur ein Ausstellungskatalog im üblichen Sinne, betonte Dr. Frank Stübner vom Lusatia Verlag, der ihn herausbrachte. „Das Werk bringt uns Marianne Britze in einer Form nahe, wie wir sie bisher nicht kannten“, erklärte der Verleger. Nahezu alle Bautzener Buchhandlungen hätten die Neuerscheinung bereits geordert, was ein gutes Zeichen sei.

Ein literarisches Denkmal

für Marianne Britze

Außerhalb von Bautzen sei die Malerin den Buchhändlern noch wenig bekannt gewesen, berichtete Dr. Stübner. Doch nach einem ersten Durchblättern des Bandes hätten viele Oberlausitzer Buchhändler ebenfalls zugegriffen.

Das Erscheinen des Bandes „Marianne Britze. 1883-1980 Leben und Werk“ dürfte somit ein weiterer Schritt dazu sein, eine der bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten der Oberlausitz einem größeren Personenkreis bekannt zu machen. Ihre Vaterstadt setzt Marianne Britze mit dem Buch ein Denkmal, welches ganz und gar von einheimischen Mitwirkenden errichtet wurde. Die beiden Autorinnen Andrea Rook und Ophelia Rehor bürgen dabei ebenso für Qualität, wie Gestalter Ralf Reimann und das Kontrapunkt-Satzstudio.

Die vorliegende Publikation gibt in zwei getrennten Aufsätzen einen Überblick über den Lebensweg von Marianne Britze und über deren künstlerischen Werdegang. Andrea Rook, die sich bereits während ihrer Tätigkeit in der Bautzener Gleichstellungsstelle in den neunziger Jahren um die Erforschung der Biografie von Marianne Britze verdient gemacht hatte, bekommt hier Gelegenheit, ihre Rechercheergebnisse in ausführlicher Form niederzulegen. Die Autorin nutzte den schriftlichen Nachlass der Künstlerin, Aufsätze sowie Gespräche mit Künstlerkollegen, um Licht in das biografische Dunkel um die Künstlerin zu bringen. Bei der Lektüre ihres Aufsatzes erfährt man viel über Zeit- und Stadtgeschichte. Immerhin erlebte die Malerin vier verschiedene Gesellschaftsordnungen!

Museumsleiterin Ophelia Rehor widmet sich in ihrem Aufsatz dem „Werk der Künstlerin Marianne Britze“. Sie konnte auf Kataloge und Aufsätze kleineren Umfangs zurückgreifen. Eine Hilfe waren ihr auch die von der Künstlerin selbst gesammelten Zeitungsausschnitte mit Rezensionen zu ihren Werken.

„Marianne Britze. 1883-1980. Leben und Werk. Gemälde, Zeichnung, Druckgrafik“, ISBN 3-936758-02-6, Preis 14,90 Euro.