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Görlitz

Lichtblick für Görlitzer Gastronomen

Die Stadt erlässt bis Ende August Gebühren. Zudem dürfen die Wirte ihre Außensitze großzügiger aufstellen.

Azubi Anoosh Masoudi bedient an den Außentischen des Café Flair. Die stehen jetzt auch vor der Buchhandlung Art Goreliz.
Azubi Anoosh Masoudi bedient an den Außentischen des Café Flair. Die stehen jetzt auch vor der Buchhandlung Art Goreliz. © Nikolai Schmidt

Das Café Flair in der Brüderstraße ist gewachsen. Gefühlt jedenfalls. Seine Außentische stehen jetzt auch vor der benachbarten Buchhandlung Art Goreliz. „Ich verstehe mich gut mit der Inhaberin, sie hat mit den Tischen kein Problem“, sagt Café- Betreiber Enrico Walkstein.

Ihm ist mit dieser Lösung sehr geholfen, denn in Corona-Zeiten muss zwischen den Tischen anderthalb Meter Abstand sein. „Auf der doppelten Fläche bekomme ich jetzt genauso viele Tische unter wie sonst auch, nämlich acht“, sagt Walkstein.

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Rückzahlung ist auch möglich

Oberbürgermeister Octavian Ursu hat veranlasst, dass den Unternehmen die Gebühren für die Nutzung der Außenflächen bis 31. August erlassen werden. Nach Aussage von Rathaussprecherin Sylvia Otto gilt das ab sofort. „Auch eine anteilige Rückzahlung von Sondernutzungsgebühren ist möglich“, sagt sie. Das werde mit den Betroffenen besprochen und umgesetzt.

Zusätzlich seien auf Antrag auch Erweiterungen der Außenflächen möglich, um mehr Gäste versorgen zu können. Die Wirte können sich telefonisch oder per E-Mail an das Sachgebiet Straßenverkehr im Bau- und Liegenschaftsamt wenden. „Wir sind hier im problemlosen Austausch mit den Gastronomen und stimmen die Wünsche mit den örtlichen Bedingungen und möglichen Feuerwehrbeeinträchtigungen ab“, sagt Sylvia Otto. Sollte dem Vorhaben nichts entgegenstehen, werden Anpassungen erteilter Sondernutzungserlaubnisse bearbeitet oder neu beantragte Flächen der Außengastronomie entsprechend genehmigt: „Bisher sind dazu keine Probleme oder Schwierigkeiten bekannt.“

Hygiene kostet sehr viel Zeit

Die Mehrzahl der Gastronomen lobt die Stadt für dieses Vorgehen. „Bei mir ging das wirklich total unkompliziert und ohne Kosten“, sagt Christoph Zschornack vom Ratscafé: „Ich könnte sogar noch drei bis vier Meter weiter auf den Untermarkt rücken“, sagt er. Warum er es nicht tut? „Jeder Tisch und jede Seite von jeder Speisekarte muss nach jedem Gast abgewischt werden.“ Das kostet so viel Zeit, dass gar nicht mehr Gäste bedient werden können.

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Robert Meinecke auf der anderen Seite des Untermarktes hat sein Lokal N13 auf den Platz an der „Waage“ erweitert. Dadurch bekommt er alle seine Tische unter. Auch er lobt die Unkompliziertheit der Stadtverwaltung: „Ich habe das schriftlich beantragt, dann kam ein Anruf – und noch am gleichen Tag die offizielle Erlaubnis.“ Sein Nachbar Mike Fey von der La Habana Bar bekommt nicht alle Tische unter, will aber auch nicht noch weiter auf den Platz hinausrücken. So positiv wie die anderen äußert er sich nicht: „Es wäre gut, wenn die Stadt die Gebühren gleich für das komplette Jahr erlassen würde.“ Stattdessen müsse er – inklusive Verwaltungsgebühren – 55 Euro bezahlen.

Enrico Walkstein hatte seine Gebühren indes schon vor Corona für das ganze Jahr im Voraus bezahlt. Er freut sich, dass er jetzt einen Teil zurückbekommt.

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