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Lichtspiele am Marktplatz

Königsbrück. „Fremdenhof Zum Goldenen Hirsch“ steht an dem großen Marktgebäude. Die Aufnahmen stammen aus den dreißiger, vierziger Jahren und sie verraten, dass im Haus auch „Lichtspiele“ stattfanden....

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Von Rafael Barth

Königsbrück. „Fremdenhof Zum Goldenen Hirsch“ steht an dem großen Marktgebäude. Die Aufnahmen stammen aus den dreißiger, vierziger Jahren und sie verraten, dass im Haus auch „Lichtspiele“ stattfanden. Heute sagt man Kino und speist nicht mehr im Fremdenhof, sondern im Restaurant „Zum Italiener“. Dessen Inhaber D'Errico Angelo will jetzt an alte Zeiten anknüpfen.

„Gäste haben mich auf die Idee gebracht, hier wieder Kino zu veranstalten“, erzählt der Restaurantbesitzer. Er selbst wohnt über der Gaststätte, weiß, wo man bis in die sechziger Jahre Eintritt zahlte und den Saal betrat. Aber seine vier Wände wollte er nicht räumen, um Königsbrückern und Gästen Filme zu zeigen. Also raus auf den Marktplatz. Unmittelbar vor dem Restaurant sollen Bänke stehen und ein Lichtprojektor. In Apotheken-Höhe kommt eine Leinwand von vier mal fünf Metern. Zwei Komödien sind geplant in diesem Sommer. Der Eintritt ist frei. Beginn: 20 Uhr.

An diesem Freitag werden alle Schaulustigen Zeuge, wie „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ viel Trubel bringen in das Leben einer Londoner Freundesclique. Der Streifen mit Hugh Grant und Andie MacDowell mischt viele komische Szenen mit Besinnlichen, zeigt liebevoll Rat- und Ziellosigkeit von Menschen.

Nächste Woche Samstag, 16. August, kann man dann beobachten, wie sich „Eve und der letzte Gentleman“ näher kommen: Adam (Brendan Fraser) hat bis zu seinem 35. Geburtstag in einem abgeschlossenen Bunker gelebt. Als er ausgeschickt wird, um Vorräte zu besorgen, trifft er auf Eve (Alicia Silverstone). Sie zeigt ihm das Leben im Großstadt-Dschungel von Los Angeles.

D'Errico Angelo freut sich schon, dass mit dem Open-Air-Kino „endlich was los ist“ in Königsbrück. Dass er auch Werbung machen will für sein Restaurant, versteht sich von selbst. Durchaus denkbar sind für ihn weitere Vorstellungen im nächsten Jahr, „wenn es angenommen wird“. Angebissen hat in jedem Fall Bürgermeister Jürgen Loeschke. „Er fand das wunderbar“, sagt Angelo und dankt, die nötige Fläche kostenlos nutzen zu können. Die obere Markthälfte ist während beider Vorführungen gesperrt. Die Höchstgeschwindigkeit auf anliegender Straße wird auf 30 Stundenkilometer reduziert. Leise bitte, Filmgenuss!