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Lichtverschmutzung raubt die Orientierung

In meinem Handy habe ich ein tolles Programm zum Betrachten der Sterne: Handy an und dann in Richtung Himmel gehoben, zeigt es mir, ähnlich wie bei einem Fernrohr, die Sterne, Planeten und Sternbilder an – sogar mit Beschriftung.

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Von Jörg Sirrenberg

In meinem Handy habe ich ein tolles Programm zum Betrachten der Sterne: Handy an und dann in Richtung Himmel gehoben, zeigt es mir, ähnlich wie bei einem Fernrohr, die Sterne, Planeten und Sternbilder an – sogar mit Beschriftung. Natürlich könnte ich auch einfach nachts raus gehen und nach oben schauen, welche Sternbilder gerade zu sehen sind. Leider ist es nachts so hell, dass das mit dem Sehen schwierig ist.

Lichtverschmutzung nennt man das. Jahr für Jahr werden die Nächte unserer Welt um fünf bis sechs Prozent heller. Himmelsforscher ziehen sich in entlegene Gebiete zurück, um ungestört den Himmel betrachten zu können. „Verlust der Nacht“ nennt das ein interdisziplinärer Forschungsverbund. Wie genau sich dieser Verlust auf Insekten, Tiere und den Menschen auswirkt, soll in diesem Verbund erforscht werden. Fakt ist: Der Verlust der Nacht bleibt nicht ohne Wirkung. Er ist vor allem der Verlust an Orientierung. Menschen sagen dann und wann von einem anderen: „Der ist ja wohl keine große Leuchte“. Sie sagen damit: „An dem sollte sich keiner orientieren. Meine Strahlkraft und Bedeutung ist deutlich größer.“ Das ist im Licht der Bibel nicht unbedingt weise. Die Weisen, die uns im Matthäusevangelium begegnen, nehmen still ihr eigenes Licht ganz zurück. Dadurch erkennen sie den großen Stern am Himmel, der auf die Geburt eines Königs in Israel hinweist.

Ganz im Gegenteil der König Herodes. Er ist nur damit beschäftigt, die eigene Lichtverschmutzung zu steigern. Der eigene Glanz, das irdische Funkeln, die eigene Bedeutung muss immer mehr zunehmen. Darum sieht er den großen Stern über Bethlehem nicht.

Eigentlich verbinden viele Menschen mit dem Wort „Licht“ etwas Positives. Gerade in der Advents- und Weihnachtszeit werden viele hilfreiche Lichter entzündet. Ein Freund hat einmal gesagt: „Wenn die Adventszeit nicht so hell wäre, würde ich glatt in der Dunkelheit verzweifeln.“ Die Lichter spenden in der dunklen Jahreszeit Trost und Hoffnung und deuten an, dass es am Ende des langen Tunnels ein Lichtzeichen gibt. Damit ein Licht diese gute Orientierung und Hoffnung geben kann, muss es aus der richtigen Kraft gespeist werden. Ist das Licht am Ende des Tunnels nur eine leere Versprechung des Königs Herodes – eines Menschen, eines Politikers, dem es ausschließlich um sich geht? Oder bietet das ersehnte Hoffnungslicht eine wirkliche Orientierung für das eigene Leben? Den Weisen aus dem Morgenland war klar: Der Stern, dem wir folgen, führt uns zum wahren Licht dieser Welt – zu Jesus Christus. Sein Licht erfüllt diese Welt mit Wärme und Liebe.