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Liebe auf den ersten Tanz

Fußball-Legende Elmar Günther aus Zittau ist 60 Jahre verheiratet. Für ihn und seine Frau Monika wird der heutige Hochzeitstag eine einzige Überraschung.

Monika und Elmar Günther feiern heute Diamantene Hochzeit.
Monika und Elmar Günther feiern heute Diamantene Hochzeit. © privat

Während sich heutzutage viele Paare über Partnerbörsen im Internet kennenlernen, ging man in Elmar Günthers Jugend noch beim Tanzen auf Partnersuche. Und so traf auch er seine Monika bei einem Tanzvergnügen. Im Kaisersaal in Olbersdorf begann ihr gemeinsamer Lebensweg. "Dort waren so viele Leute, dass wir uns nicht gleich sahen", erinnert sich der 81-Jährige an die erste Begegnung. Erst kurz bevor Monika nach Hause musste, tanzte er noch schnell eine Runde mit ihr. Und war gleich hin und weg. Elmar Günther lud sie gleich am nächsten Tag zum Boxen ein - und Monika kam. Sie saß mit ihm auch ganz vorn in der ersten Reihe. "Da flog mancher Blutspitzer zu uns herüber", sagt Günther.

Die junge Monika ließ sich davon nicht abschrecken und gab wenig später Elmar das Ja-Wort. Am 23. Juli 1960 heirateten sie in der Hainewalder Kirche. Ihr Eheversprechen hält nun seit genau 60 Jahren - heute feiern die Günthers ihre Diamantene Hochzeit. 

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Monika Günther akzeptiert Sport-Leidenschaft des Mannes

Es waren nicht immer einfache Zeiten: Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters musste Elmar Günther das Blumengeschäft der Eltern übernehmen. Und seine Frau stieg mit ein - obwohl sie eigentlich den Beruf der Weberin gelernt hatte. Aber sie arbeitete sich schnell ein und stand ihrem Mann im Geschäft jahrelang zur Seite. "Sie ist immer ruhig und zurückhaltend", charakterisiert der 81-Jährige seine Frau. Das sei ihm schon beim ersten Zusammentreffen aufgefallen und er dachte sich damals: "Die passt zu mir."

Vor allem akzeptierte Monika Günther die sportliche Leidenschaft ihres Mannes. Und Elmar Günther hat ungezählte Stunden seiner Freizeit dem Sport geopfert. Schon als Jugendlicher begann er mit dem Volleyball, wechselte später zum Fußball. Er schrieb zuerst Presseberichte über die Spiele,  wurde dann Mannschafts- und Sektionsleiter. Vor allem die Förderung der Jugend lag ihm immer sehr am Herzen. Erst am Samstag vor zwei Wochen war er beim Kreispokalfinale dabei, das der VfB Zittau gegen den SV Aufbau Kodersdorf bestritt. Nach dem 4:1-Sieg der Zittauer hätte er fast eine Sektdusche bekommen. Denn viele der Spieler, die für den VfB auf dem Platz standen, hatten früher bei Elmar Günther in der A-Jugend gespielt.

Kinder planen eine Reise

Welche Überraschung ihn und seine Frau am Donnerstag erwartet, bleibt bis zuletzt ein Geheimnis. "Unsere Kinder Norbert und Birgit sind beauftragt, uns den Tag zu verschönern", sagt Elmar Günther. Zur Goldenen Hochzeit vor zehn Jahren organisierten sie für die Eltern eine Fahrt in den Spreewald. Auch diesmal werden sie nicht in Zittau bleiben, so viel ist schon klar. Das Ziel ist aber noch unbekannt.

Günthers sind immer viel gereist und gewandert. Am schönsten sei es in der Hohen Tatra gewesen, meint der 81-Jährige. Durch gesundheitliche Probleme sind beide nun etwas angeschlagen. Aber ehrenamtlich engagiert ist Elmar Günther nach wie vor. Seit vielen Jahren ist er das Sprachrohr und Cheforganisator der Parkinson-Selbsthilfegruppe Südliche Oberlausitz. Er selbst hatte vor über zehn Jahren erfahren, dass er an der unheilbaren Krankheit leidet. Für ihn war das damals kein Grund, sich zurückzuziehen. Vielmehr fand er in den Treffen mit anderen Parkinson-Kranken eine erfüllende Aufgabe.

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Seine Frau hat in all den Jahren schon mal gemahnt, dass er nicht so viel Zeit ins Ehrenamt stecken solle. Aber letztlich stärkte sie ihm auch immer wieder den Rücken. "Ohne diese Hilfe und Betreuung wäre es nicht gegangen", meint Elmar Günther. 

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