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Liebe vereint zwei Firmen unter einem Dach

Kristin Zeisberg und René Kruner belebten die Telux-Dreherei in Weißwasser mit neuen Firmen. Gemäß dem Motto: Es wäre nett!

Kristin Zeisberg und René Kruner haben sich ihren Traum verwirklicht.
Kristin Zeisberg und René Kruner haben sich ihren Traum verwirklicht. © Joachim Rehle

Auf dem Sofa sitzen Kristin Zeisberg und René Kruner nur selten in ihren Geschäftsräumen in der alten Dreherei auf dem Telux-Gelände. Hier schufen sich die Mediengestalterin und (Holz)Designerin und der Graffiti-Künstler Werkstatt, Atelier, Büro, Präsentations- und Verkaufsraum für die Firmen „Saf Artifex“ und „Itwoodbenice“ (frei übersetzt: In Holz wäre es nett). „Alles was hier ausgestellt ist, fertigen wir selbst “, so die Jungunternehmerin.

Diese Woche nutzen die 32-Jährige und ihr Partner auch, um Tochter Matilda überraschen zu können. Sie hat am Wochenende Schuleinführung und bekommt von Mama und Papa selbst gemachte Geschenke wie eine von Kristin liebevoll personalisierte und gestalte Brotbüchse oder Namensanhänger für die Gäste. Papa gestaltet ihr eine Wand im neuen Kinderzimmer. „Sie mag türkis, also wird es was damit“, erzählt René, der normalerweise Wände und Fassaden in Innen- und Außenbereich sowie große und kleine Bilder auf Kundenwunsch mit Graffiti und Airbrush gestaltet, Designs und Layouts entwickelt und deutschlandweit Workshops und Projekttage an Schulen, bei Vereinen, Jugendzentren oder Fortbildungsakademien gibt. 

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Alte Dreherei monatelang hergerichtet

Momentan konzentriert er sich kurze Zeit auf Matildas Zimmer und, falls die zweijährige Schwester Annie bettelt, auch auf ein kleines Kunstwerk für ihr Zimmer. Obwohl die Familie in Halbendorf lebt und beide Eltern in Weißwasser selbstständig sind, ist Familienleben kein Problem. „Je nachdem, wer von uns Zeit hat, bringt die Kinder in Kita und Schule und holt sie ab. Mittwochs ist Oma-Opa-Tag, und auch sonst lassen sich Jobs und Familie gut vereinbaren“, erzählt Kristin. 

Vor drei Jahren zog sie aus Liebe zu René von Zwickau nach Weißwasser, „Ich kann ja als Medien- und Holzgestalterin und Graveurin überall arbeiten. Außerdem hatte René in Spremberg schon lange seine Firma“, begründet sie den Um- und Zusammenzug. Bevor das Paar die alte Dreherei in monatelanger Schufterei zum Standort ihrer Unternehmen umarbeiten und gestalten konnte – allein die Werkstatt ist 270 Quadratmeter groß – suchten sie eigentlich für Kristin geeignete Räume, da sie sich zur Selbstständigkeit entschlossen hatte. „Ich wollte was Kleines, wo Lasermaschine, Computer und Büromöbel Platz haben.“ 

Fast komplett in Eigenleistung

Die Suche war lange vergeblich, weshalb René eines Tages mit dem Tipp vom Telux-Gelände kam. Das Areal kannte Kristin vom Weihnachtsmarkt, wo sie schon individuell gestaltete Geschenke und Deko-Artikel aus Holz, Papier, Stein, Stoff, Acryl, Schiefer und mehr verkaufte. Kurz entschlossen schauten sie und René das Areal beim geführten Rundgang an, wo man ihnen auch die leerstehende alte Dreherei zeigte. „Ich weiß noch, dass ich dachte: Puh, so groß!“, erinnert sich Kristin. Aber die Räume hatten Charme und Potenzial, weshalb das Paar sich entschloss, dort beide Firmen unter einem Dach anzusiedeln. 

Es folgten Businesspläne, Bankgespräche, Unternehmensberatung und Förderanträge, bevor der 42-Jährige und die 32-Jährige im Januar 2020 mit dem Ausbau beginnen konnten. „Bis auf Heizung und Fenster haben wir alles selbst gemacht“, so Kristin stolz, und René ergänzt lachend: „Ja, die Frau hat geplant, der Mann hat umgesetzt.“

Der Start scheint gelungen

Öffnen wollten die Unternehmer ihr Domizil im März. Doch Corona bremste sie aus. Auch, weil Baumärkte geschlossen und Lieferungen verspätet waren. „Aber wir hatten mehr Zeit für den Ausbau“, so René. Mitte Mai war es endlich soweit, konnten die Türen erstmals für Kunden geöffnet werden. „Dafür, und mit null Werbung, läuft es schon gut. Auch durch Mundpropaganda und weil auf dem Gelände immer Besucher und Betrieb sind“, meint Kristin. 

Beide wünschen sich nun, dass ihre Unternehmen bald so laufen, dass sie „relativ sorgenfrei“ davon leben und Mitarbeiter oder Praktikanten einstellen können. Fest steht schon, dass sie Jugendlichen künftig ein berufsvorbereitendes Jahr bieten. Mittwoch als langen Kundentag anzubieten, ist auch realisiert. Und womöglich geht es künftig noch mehr in Richtung Möbelaufarbeitung, -gestaltung, -kreation, da die Nachfrage nach dem Mobiliar, wie es auch in Atelier und Laden steht, steigt. Aber zuerst wird Schuleinführung gefeiert.

Werkstatt: Öffnungszeit Mo bis Fr ab 9 Uhr (Telefon 03576 2481346);

Kontakt René Kruner: safartifex.com und Kristin Zeisberg: itwoodbenice.com

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