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Lieber leise als laut

Der DSC verliert in der Liga deutlich gegen Pokalgegner Stuttgart. Fürs Finale in vier Wochen bedeutet das nicht viel.

© Matthias Rietschel

Von Michaela Widder

Über die silberne Medaille für die wertvollste Spielerin im Verliererteam kann sich Michelle Bartsch wahrlich nicht freuen. Die US-Angreiferin soll sie sogar kurze Zeit später auf den Boden geworfen haben. So tief sitzt in diesem Moment der Frust über das 0:3 (20:25, 12:25, 20:25) gegen Stuttgart. Dresdens Trainer sah die Niederlage kurz nach dem Spiel etwas gelassener. „Es gibt solche Tage. Für uns geht die Welt damit nicht unter“, sagt Alexander Waibl.

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Die Dresdner Volleyballerinnen sind weiter Tabellenführer, und in einer Meisterschaft mit Play-offs geht es sowieso erst im März und April in die entscheidende Phase. Doch die Begegnung ist eine besondere, in vier Wochen treffen die beiden Mannschaften im Pokalfinale in Mannheim wieder aufeinander. Von einer Generalprobe ist bei so einer Konstellation dann die Rede; dabei ist es keine echte Generalprobe, wie man sie aus dem Theater kennt. Erstens sind es noch 28 Tage und nicht nur zwei bis zur Premiere, und zweitens wird eher probiert als geprobt. Waibl und sein Kollege Guillermo Hernandez sind wahrscheinlich nicht in die Partie gegangen, ohne an die viel wichtigere am 28. Februar zu denken – taktisch und strategisch. Auch das macht ja einen guten Trainer aus. Waibl will diesmal kein Mikrofon, das der Online-Sportsender in den Auszeiten bei den Ansprachen ins Team hält. „Mit Blick auf das Pokalfinale gibt es Ansagen, aus denen der gegnerische Trainer seine Lehren ziehen könnte“, erklärt er auf Nachfrage bei Sportdeutschland.TV.

Bis zum 18:18 im ersten Satz bleibt die Partie offen, dann dominiert der Pokalverteidiger das Geschehen in Stuttgart. Vom 0:5-Fehlstart im zweiten Durchgang erholt sich der DSC nicht mehr. Waibl wechselt auf vielen Positionen, doch auch diese Spielerinnen können keine entscheidenden Impulse setzen. Es scheint so, als ob der deutsche Meister gegen den Tabellensechsten an diesem Samstag keine Chance hat. Im dritten Satz kommt der DSC beim 18:19 zwar noch mal bis auf einen Punkt heran, schafft aber nicht, das Spiel zu drehen.

„Stuttgart hat sehr gut gespielt, wir haben zu wenig im Angriff gemacht. Damit haben wir jetzt einen klaren Favoriten für das Pokalfinale, und der heißt Stuttgart“, sagt Waibl. Davon will Stuttgarts Trainer natürlich nichts wissen – der Spanier entgegnet: „Nur weil wir jetzt 3:0 gewonnen haben, heißt das nicht, dass wir der Favorit sind. Ich bleibe dabei: Dresden ist das beste Team.“ Stuttgarts Kapitän Kim Renkema will ins Liga-Spiel nicht zu viel hineininterpretieren. „Finale ist dann sowieso wieder ein Spiel für sich – ohne Favorit, tagesformabhängig. Ich sehe da derzeit zwei Mannschaften auf Augenhöhe“, sagt sie. Ein Finale auf Augenhöhe würde den mehr als 10 000 Zuschauern jedenfalls gefallen.