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Liebschers Backstube kommt ins Radio

Ungewöhnlichen Besuch bekam die Weinböhlaer Bäckerei Liebscher am Freitag Vormittag. Ein Techniker von MDR – Radio Sachsen prüfte im Haus Übertragungsmöglichkeiten. Der Anlass: Im Rahmen der Bäcker-Glückswochen...

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Ungewöhnlichen Besuch bekam die Weinböhlaer Bäckerei Liebscher am Freitag Vormittag. Ein Techniker von MDR – Radio Sachsen prüfte im Haus Übertragungsmöglichkeiten. Der Anlass: Im Rahmen der Bäcker-Glückswochen des Senders wird am 8. September ab früh fünf Uhr aus Liebschers Backstube in der Dresdner Straße berichten.

Täglich zehn Sorten Brot

Bäckermeister Karsten Liebscher (37) wird diesen Tag dazu nutzen, sein neues Sechs-Korn-Brot vorzustellen. Es ist erst kurze Zeit im Angebot und wurde für das Jubiläum in diesem Sommer kreiert.

Seit nunmehr 40 Jahren ist die Bäckerei in Weinböhla ansässig. Begründet wurde sie vom heute 69-jährigen Werner Liebscher. Seit 2004 ist Sohn Karsten, seit 1996 Bäckermeister, der Chef im Haus. Die DDR-Zeiten hat er noch als Lehrling im elterlichen Betrieb erlebt. Im Januar begann meist schon die Jagd auf die Zutaten für die Weihnachtsbäckerei, erinnert er sich. „Damals kam es darauf an, Hungrige satt zu bekommen. Heute müssen wir den Satten Appetit machen“, zitiert Karsten Liebscher eine der neueren Bäckerweisheiten.

Auch darüber hinaus hat sich seit 1990 viel verändert. „Moderne Technik ist eingezogen, viele Arbeiten sind leichter geworden“, resümiert der Bäckermeister. „Trotzdem ist die Arbeit noch schwer. Maschinen ersetzen nicht in jedem Fall die Handarbeit.“ Die Liebschers setzen beispielsweise auf eigene Backmischungen und eigenen Sauerteig. Das komplette Brotsortiment – täglich sind etwa zehn Sorten im Angebot – wird per Hand geformt und gewogen.

Die Bäckerei hat noch zwei Läden in Moritzburg und Coswig. Gebacken wird ausschließlich in Weinböhla. Dem Trend zum großen Filialbetrieb verschließt sich Karsten Liebscher. „Unser Sortiment ist breiter als das der großen Filialisten“, sagt er. „Wir können auch schneller und flexibler auf Kundenwünsche reagieren. Außerdem sind die Auslieferungswege nur zehn bis 15 Kilometer lang. Das garantiert Frische.“ Die Liebschers sichern sich ihre Stammkunden nicht nur über die Produktqualität. Sie sind regelmäßig auf Märkten und Ortsfesten der näheren Umgebung vertreten. „Anders geht das als Kleiner auf dem Markt nicht mehr“, sagt der Bäckermeister. „Man muss sich drehen, präsent sein.“

Auch am Sonntag geöffnet

Mit dem abendlichen Fernsehprogramm kennt sich Karsten Liebscher indes weniger gut aus. Denn unverändert ist der Tagesrhythmus eines Bäckers geblieben. Kurz nach Mitternacht beginnt der Arbeitstag. Sieben Tage in der Woche. Denn auch am Sonntag Vormittag ist – außer im Coswiger Laden – geöffnet. Und auch manche Kunden sind begnadete Frühaufsteher. „Wir öffnen wochentags pünktlich sechs Uhr“, sagt Karsten Liebscher. „Manchmal kommen die ersten Kunden aber auch schon um fünf. Die werden natürlich auch bedient.“ Das gehe nur mit einem guten, eingespielten Team. Karsten Liebscher ist stolz darauf, dass einige seiner 15 Mitarbeiter bereits seit 20 Jahren zur Stange halten.

Wolf Dieter Liebschner