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Liebstadt atmet auf – dank Steuereinnahmen

Erstmals seit Jahren nimmt die Stadt genügend Geld für ihre Ausgaben ein. Ein Großteil kommt aus der Gewerbesteuer.

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Von Heike Wendt

Der Wirtschaft in Liebstadt geht es gut. Das bestätigen die beiden größeren Unternehmen, die Hutzel Seidewitztal GmbH und die Präzimat Feinmechanik GmbH. Sie tragen einen deutlichen Teil zum Einnahmeposten Gewerbesteuer der Stadt Liebstadt bei, einem Ort mit rund 1300 Einwohnern.

Der Gewerbesteueranteil liegt in diesem Jahr bei 170 000 Euro. In den vergangenen Jahren konnte Kämmerer Steffen Wustmann lediglich halb so viel verbuchen. Als Folge waren immer wieder Schwierigkeiten aufgetreten, alle notwendigen Ausgaben finanziell abzusichern. Mit dem Plus an Gewerbesteuer kann die Stadt erstmals seit Jahren einen ausgeglichenen Haushalt aufstellen. Zudem sollen Schulden, die in den Vorjahren aufgenommen werden mussten, abgebaut werden.

Die beiden größeren Liebstädter Unternehmen produzieren präzise hergestellte Metallteile. Sie finden in den unterschiedlichsten Branchen Verwendung. „Besonders hervorzuheben ist die sehr positive kontinuierliche Entwicklung und nachhaltige Stabilisierung nach der Wirtschaftskrise 2009“, sagt Dirk Urwank, Geschäftsführer der Hutzel Seidewitztal. Die Umsatzentwicklung der letzten Jahre stuft er als positiv ein. Nach wie vor kommen die Aufträge überwiegend aus der Automobilindustrie, dem Maschinen- und Anlagenbau und zunehmend aus der Uhrenindustrie in Glashütte. „Das stimmt uns sehr positiv“, sagt er. Speziell in diesem Bereich habe er in den vergangenen Jahren neue Kunden und Aufträge hinzugewinnen können..

Das löste in jüngster Vergangenheit eine sehr große Investition aus, die Anschaffung eines hochmodernen CNC-Mehrspindelautomaten. Die Investition hat dazu geführt, dass für die Automobilindustrie spezielle und hochgenaue Teile produziert werden können. Diese Maschinen laufen rund um die Uhr. Auf ihnen werden jährlich fünf Millionen Teile gefertigt. 43 Prozent des Umsatzes gehen ins Ausland. Das meiste davon wird nach Mexiko und China exportiert. Zurzeit beschäftigt der Betrieb 90 Mitarbeiter und neun Lehrlinge.

Eine ähnliche Bilanz kann Jens Petzold, Geschäftsführer von Präzimat Feinmechanik in Döbra ziehen. Als gut bis sehr gut bezeichnet er die wirtschaftliche Situation derzeit. In den vergangenen fünf Jahren hat sie sich für den Betrieb, der seit mehr als 50 Jahren Präzisionsdreh- und Frästeilen fertigt, sogar verbessert. Aufträge kommen aus allen Industriezweigen. Auch in seinem Betrieb konnten in den letzten Jahren neue Geschäftsfelder erschlossen und zusätzliche Kunden gewonnen werden. Die Präzisionsteile werden europaweit ausgeliefert. Die zusätzlichen Aufträge haben die Umsätze weiter ansteigen lassen. In der nächsten Zeit sind neue Investitionen geplant. 17 Mitarbeiter erledigen in dem Betrieb, ihren anspruchsvollen Job.