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Limmritzer wollen Furt behalten

Die Schotterbank aus der Zschopau kommt im Frühjahr weg. Der Rückbau der Furt aber wird abgelehnt.

© Dietmar Thomas

Von Natasha G. Allner

Döbeln. Die Schotterbank in der Zschopau bei Limmritz wird ab 22. Februar abgetragen. Das kündigt Stadtsprecher Thomas Mettcher im Namen der Landestalsperrenverwaltung an. In der ersten Maiwoche könnten die Arbeiten abgeschlossen sein. Im Zuge dessen ist auch der Rückbau der Limmritzer Furt geplant, die sich etwa 100 Meter unterhalb der Fußgängerbrücke befindet. Die Limmritzer finden das nicht in Ordnung.

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Das Rückbauvorhaben stößt bei Ortschaftsratschefin Helga Busch auf massiven Widerstand: „Ich bin damit nicht einverstanden und habe umgehend eine E-Mail mit dem Widerspruch verfasst und an das Döbelner Bauamt geschickt. Die Furt dient als Zufahrt für Landwirte, wird von der Feuerwehr genutzt und ist der kürzere Weg. Manchmal muss ein Kran dort hin. Da haben wir dann ein Problem, denn die Tragfähigkeit der Brücke über den Mühlgraben ist nicht gegeben“, führt sie als Hauptgründe für ihre Ablehnung an.

Auch Ortswehrleiter Steffen Janasek sieht das Vorhaben kritisch: „Ich glaube nicht, dass sich Jäger, Waldeigentümer, Landwirte oder Leute aus der Siedlung das gefallen lassen. Auch wir als Feuerwehr brauchen die Furt. Sie ist ein für den Brandschutz wichtiger Bestandteil.“ Fiele diese weg, könne die Ortswehr Einsatzzeiten nicht mehr halten, wenn sie auf die andere Seite der Zschopau muss. Erheblich längere Umwege über Schweta, Saalbach und die B 175 wären in Kauf zu nehmen, beschwert sich der Limmritzer Ortswehrleiter. Seines Erachtens sei die Limmritzer Zschopau-Furt eine der wenigen befestigten in Sachsen.

Fluss Umleiten oder Anstauen?

Zu den geplanten Arbeiten führt Projektleiter Felix Kullmann auf Anfrage des DA aus: „Zirka 6 000 Tonnen werden mittels Bagger aufgenommen und zur Abtrocknung auf einen Zwischenlagerplatz gebracht. Von dort werden sie abtransportiert.“ Da das Material eine Art Sondermüll ist, sind besondere Maßnahmen notwendig. Der Projektleiter dazu: „Die Sedimente weisen eine naturbedingt erhöhte Schadstoffbelastung auf. Im vorliegenden Fall sind erhöhte Messwerte für PAK und Arsen nachzuweisen.“ PAK steht dabei für polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe, die als krebserregend gelten. Zu welcher Deponie Schotter und Schlamm gebracht werden, kläre sich erst im Zuge der Angebotsauswertung, die derzeit noch laufe.

Lange warten die Kleinlimmritzer auf Abhilfe in Sachen Ablagerung: Sie befürchteten, dass der Fluss wegen des sogenannten Hegers schneller über die Ufer trete. Das Junihochwassers 2013 hatte Sediment abgelagert, Steinhaufen bildeten sich. „Um die hydraulische Leistungsfähigkeit des Gewässers wiederherzustellen, ist es daher notwendig, dieses zu beräumen. Das hatte das Landratsamt Mittelsachsen gegenüber der Landestalsperrenverwaltung festgelegt“, so Projektleiter Kullmann.

Die Arbeiten in der Zschopau erfolgen ohne Umleiten oder Anstauen des Flusses. Es sei vorgesehen, „mit einer im Gewässer liegenden Baustraße zu agieren, ohne dabei die Zschopau trocken zu legen.“ Der Projektleiter rechne nicht mit Auffälligkeiten: „Sedimentberäumungen sind nach Hochwässern regelmäßig notwendige Unterhaltungsmaßnahmen, die wir im täglichen Geschäft abwickeln. Einzige Besonderheit in diesem Fall ist die etwas komplexere An- und Abtransportroute, bei der wir insbesondere auf die Tonnagebeschränkung der Brücke in Limmritz Rücksicht nehmen müssen. Im Ergebnis erfolgt der Massentransport nun im Richtungsverkehr.“ Das heißt, die Zufahrt für Baufahrzeuge wird über Limmritz, die Brücke über den Mühlgraben sowie über die Zschopaufurt gewährleistet. Die Abfahrttrasse ist über die Furt und Saalbach in Richtung B 175 vorgesehen. Die Furt soll erst nach Ende der Arbeiten zurückgebaut werden.