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Lindehaus in Dresden soll bis Mai verschwunden sein

Die Schaufel des 70-Tonnen-Baggers greift ins Mauerwerk und reißt ein Stück vom Intecta-Anbau heraus. Große Betonbrocken mit Stahlbewehrung liegen bereits am Boden. Das Haus gehört zu den wenigen, die den Zweiten Weltkrieg überstanden haben.

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Von Bettina Klemm

Die Schaufel des 70-Tonnen-Baggers greift ins Mauerwerk und reißt ein Stück vom Intecta-Anbau heraus. Große Betonbrocken mit Stahlbewehrung liegen bereits am Boden. Das Haus gehört zu den wenigen, die den Zweiten Weltkrieg überstanden haben. Es wurde später in die Neubauten der 1950er-Jahre integriert und als Kaufhaus, später Möbelhaus genutzt. In den 90er-Jahren wurden seine Fassaden nochmals erneuert.

2000 Laster mit Bauschutt

Jetzt steht von dem Gebäude nur noch etwa die Hälfte. Für den Abriss und die Baugrube einschließlich Wasserhaltung ist die Firma THK Frei- und Verkehrsanlagen Rückbau GmbH aus Hermsdorf in Thüringen zuständig. „Bis Ende Mai soll von dem Intecta- und dem Lindehaus nichts mehr zu sehen sein“, kündigt THK-Projektleiter Frank Sauermilch an. Die komplette Baugrube werde dann einen Monat später fertig sein.

Der Abbruch entlang der viel befahrenen Wilsdruffer Straße in der Dresdner Innenstadt und die knapp bemessenen Termine seien selbst für die erfahrene THK eine Herausforderung. Derzeit sind 25 Arbeiter auf der Baustelle tätig. Sie haben auch schon am benachbarten Lindehaus den Vorbau vor dem Erdgeschoss und ersten Obergeschoss abgetragen.

Vor dem eigentlichen Abriss wurden die Häuser entkernt, alle Einbauten und Türen, aber auch Fußbodenbeläge herausgeholt. Nun müssen aus der Abbruchmasse noch alle Stahlteile aussortiert und getrennt entsorgt werden. Rund 20000 Kubikmeter Bauschutt fallen beim Abriss der beiden Gebäude an. Um den Schutt abzutransportieren, sind 2000 Sattelschlepper erforderlich, die sich über die Wilsdruffer Straße quälen müssen.

Nach dem Abriss wird die etwa sieben Meter tiefe Baugrube ausgehoben. „Wir haben nur ein Tiefgeschoss“, sagt der Projektleiter der Altmarkt-Galerie Christian Policke. Rund 30000 Kubikmeter Erdreich müssen ausgebaggert werden. Für die notwendige Wasserhaltung und spezielle Tiefbauarbeiten wurde die Firma PST Grundbau GmbH verpflichtet.

Die Einkaufspassage in der jetzigen Galerie wird verlängert. Das bedeutet auch Umbauten in den bisherigen Läden, DM-Drogerie, Leiser-Schuhe und den kleinen Läden im zweiten Obergeschoss. Einige Läden ziehen gleich um.

Die erweiterte Altmarkt-Galerie erhält auch neue Zugänge vom Postplatz und vom Altmarkt aus. Sie soll im Frühjahr 2011 fertig sein. Dafür investieren die Hamburger ECE-Gruppe und die anderen Miteigentümer, die sich zur Altmarkt-Galerie KG zusammengeschlossen haben, 150 Millionen Euro.

Das Lindehaus und das Intecta haben sie bereits aus Privathand erworben. Heute entscheidet der Stadtrat noch über Restflächen mit insgesamt 1832 Quadratmetern. Die Stadt will sie für 2,1 Millionen Euro verkaufen.