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Linie 4 soll Ende November rollen

Der Bau an der Meißner Straße läuft wieder in einer Schicht. Im September beginnt der Gleisbau in Richtung Dresden.

Bagger, Bagger und nochmals Bagger – die Arbeiten an Radebeuls größter Straßenbaustelle auf der Meißner Straße in Mitte liegen im Plan, sagen die Bauherren von den Dresdner Verkehrsbetrieben und der Stadt Radebeul.
Bagger, Bagger und nochmals Bagger – die Arbeiten an Radebeuls größter Straßenbaustelle auf der Meißner Straße in Mitte liegen im Plan, sagen die Bauherren von den Dresdner Verkehrsbetrieben und der Stadt Radebeul. © Norbert Millauer

Von Beate Erler

Radebeul. Nur wenige Meter liegen zwischen dem noch aufgerissenen Teil der Meißner Straße und dem Stück, das bereits fertig ist. Etwa in Höhe von Küchen XXL ist der Kanalbau noch in vollem Gange. An diesem Mittwoch wird dort noch ein Teil des Abwasserkanals mit einem Lastenkran eingehoben, erfuhr die SZ beim Baustellenrundgang. Der alte Kanal bleibt liegen, aber wird mit Beton verdämmt. Der neue Abwasserkanal kann in den nächsten Tagen in Betrieb genommen werden.

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Somit ist die größte Mammutaufgabe des Ausbaus der Meißner Straße, die Fertigstellung des neuen Abwasserkanals auf der Südseite, geschafft. Um den Zeitplan einhalten zu können, liefen die Bauarbeiten im Zweischichtbetrieb von Montag bis Samstag von 6 bis 22 Uhr abends. 

Das war nicht nur für die Bauarbeiter eine Belastung, sondern auch für die Anlieger, so die Stadtverwaltung. Deshalb hatte es zuvor eine Anwohnerversammlung gegeben, bei der die Anwesenden Ansprechpartner bei der Baufirma und der Stadtverwaltung erfuhren. Ab dieser Woche wird wieder im Einschichtbetrieb bis 17 Uhr gearbeitet.

Der Verkehr kann weiter nur einspurig an den Bauzäunen von West nach Ost vorbeigeleitet werden. 
Der Verkehr kann weiter nur einspurig an den Bauzäunen von West nach Ost vorbeigeleitet werden.  © Norbert Millauer

Die Wasserversorgung und Stadtentwässerung Radebeul GmbH (WSR) hatte Anfang Mai mit der Medienumverlegung für den Kanalbau begonnen. „Das war sehr anspruchsvoll, bei einer Gesamtlänge von 724 Metern“, sagt Dagmar Brendler von der WSR GmbH. Außerdem wurde bereits ein Teil der Medienleitungen für Strom, Gas, Trinkwasser und Telekommunikation verlegt.

In der letzten Woche ist der neue Abwasserkanal mit dem weiterführenden Kanalteil verbunden worden. Momentan erfolgen noch Grundstücksanbindungen und die Anschlüsse der Kanäle aus den Nebenstraßen Rennerbergstraße, Zillerstraße, Körnerweg und Dr.-Külz-Straße.

Nicht nur für die Anwohner der Stadt, sondern auch für die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) ist es wichtig, dass die Inbetriebnahme der Straßenbahn pünktlich erfolgen kann. „Wenn wir nicht fahren, kostet uns das viel Geld und die Kunden laufen uns weg“, sagt DVB-Bauingenieur Torsten Zingel beim Baustellenrundgang. Deshalb soll mit dem Gleisbau Richtung Dresden bereits im September begonnen werden.

Wenn die Gleisarbeiten abgeschlossen sind, werden eine feste Fahrbahn verlegt und zwei neue Haltestellen gebaut. Die Zillerstraße und die Dr.-Külz-Straße sollen barrierefreie Haltestellen werden. Ab November soll die Linie 4 dann erst einmal im eingleisigen Betrieb Richtung Dresden und nach Weinböhla verkehren, damit auf der Nordseite weiterhin gebaut werden kann. „Bis dahin ist aber noch viel zu tun“, sagt der DVB-Bauingenieur, „die Bahnstromkabel müssen verlegt und die Beleuchtung muss fertig sein, damit wir den Betrieb sicher aufnehmen können.“

Der Projektleiter der Firma Wolff und Müller, Tobias Bernhardt, hält die Fäden für alles Baugeschehen in der Hand. 
Der Projektleiter der Firma Wolff und Müller, Tobias Bernhardt, hält die Fäden für alles Baugeschehen in der Hand.  © Norbert Millauer

Dieser etwa 900 Meter lange Abschnitt sei für die DVB sehr wichtig. Sowohl die Straße als auch die Gleise hatten die schlechteste Qualität in Radebeul und die Straßenbahn konnte hier nur mit zehn km/h fahren und zog Autoschlangen hinter sich her. Die Gesamtkosten der Baustelle für die DVB liegen bei 4,7 Millionen Euro.

Zurzeit sind 15 Arbeiter und zwei Poliere auf der Baustelle unterwegs, sagt Tobias Bernhardt, Projektleiter der verantwortlichen Baufirma Wolff & Müller. Das geplante Bauende bis Mitte 2020 kann nach jetzigem Stand eingehalten werden. Bauzeitliche Verzögerungen durch zum Beispiel Unwägbarkeiten im Baugrund oder Unvorhergesehenes konnten bisher durch geschickte Verlagerungen der Arbeiten sowie durch Technologieumstellungen vermieden werden, so die Stadtverwaltung.

Bis Mitte 2020 sollen die gesamte Straße und die Straßenbahngleise beidseitig fertig und nutzbar sein. Die Nordseite wird ab Dezember aufgegraben: Hier liegen ebenfalls Versorgungsleitungen für Wasser, Strom und Telekom. Danach wird auch hier eine neue Straße verlegt.

Die ruckeligen Pflastersteine gehören dann anschließend der Vergangenheit an. Außerdem werden die alten Straßenlaternen abgebaut und durch 35 neue Kombimastgestelle ersetzt. Die öffentliche Beleuchtung sitzt zukünftig also mit auf den Masten für die neuen Straßenbahnkabel.

Die Gesamtkosten der Baustelle liegen bei etwa 12,6 Millionen Euro. Davon entfallen 4,6 Millionen auf die Stadt Radebeul. Das Land Sachsen fördert den ÖPNV-Anteil von 4,7 Millionen Euro mit 3,5 Millionen Euro und den Straßenbau mit 2,6 Millionen Euro. Der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) unterstützt den ÖPNV mit 700 000 Euro.

An diesem Mittwoch wird wieder ein Stück Abwasserkanal in die Erde gebracht.
An diesem Mittwoch wird wieder ein Stück Abwasserkanal in die Erde gebracht. © Norbert Millauer

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