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Protest  gegen US-Militärkonvois

Bald werden US-Truppen die Oberlausitz passieren - für ein großes Manöver. Der Truppenübungsplatz im Kreis Görlitz wird dabei zur Raststätte.

Auch voriges und vorletztes Jahr (Foto) fuhren Militär-Konvois Richtung Polen durch die Oberlausitz. Die Übung „US Defender Europe 2020“ soll deutlich größer ausfallen.
Auch voriges und vorletztes Jahr (Foto) fuhren Militär-Konvois Richtung Polen durch die Oberlausitz. Die Übung „US Defender Europe 2020“ soll deutlich größer ausfallen. ©  Archiv: Robert Michael

Der Kreisverband der Linken spricht sich dagegen aus, dass der Truppenübungsplatz Oberlausitz für die Militärübung „US Defender Europe 2020“ genutzt wird und plant Protestaktionen. Dafür hat der Kreisverband der Linken eigens eine Arbeitsgemeinschaft gegründet. 

Mit Blick auf den 75. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus teilt Antonia Mertsching, Kreisvorsitzende der Linken, mit: "Ausgerechnet zu diesen Feierlichkeiten des Friedens in Europa sollen Panzer und 37.000 Soldaten und Soldatinnen durch Europa transportiert und der Konfliktfall mit Russland geprobt werden." Sie empfinde das nicht nur als geschmacklos, "sondern auch als Ressourcenverschwendung angesichts eines falschen Feindbilds". 

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Bereits ab dem 20. Januar ist eine Großübung auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz geplant: Deutsch-niederländische Einheiten, etwa 800 Mann, werden mit Panzern und Infanterie trainieren. 

Übung mit 37.000 Soldaten

Bei „US Defender Europe 2020“ handelt es um eine Übung "zur Verlegung von umfangreichen Kräften aus den USA nach Osteuropa", teilt die Bundeswehr mit. 37.000 Personen sind an der Übung beteiligt, darunter 29.000 US-Soldaten. "Mit der amerikanischen Übung soll die schnelle Verlegbarkeit größerer Truppenteile über den Atlantik und durch Europa geübt werden."

Die Streitkräfte, Fahrzeuge, Geräte und Ausrüstungen kommen an 14 See- und Flughäfen in Westeuropa an, durch zehn Länder geht es Richtung Osten. "Der Hauptverlegezeitraum der US-Verbände in Europa reicht von Februar bis in den Mai 2020", teilt die Bundeswehr mit. Deutschland sei dabei aufgrund seiner Lage eine logistische Drehscheibe. 

Truppenübungsplatz als Raststätte

Die Bundeswehr übernehme dabei logistische Leistungen wie Transport und Versorgung, militärpolizeiliche Begleitung, Transitplanung und zivil-militärische Zusammenarbeit. Auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz werden Soldaten übernachten, und dann weiterfahren, hatte TÜP-Kommandant René Pierschel der SZ vorige Woche mitgeteilt. Wie Tag 24 berichtet, sei in der Oberlausitz ein Konvoi-Unterstützungszentrum geplant.

Friedenskonferenz angekündigt

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